Wiedereröffnung
Gemüse ist im Schöftler «Ochsen» mehr als nur Beilage

Das Konzept ist neu: Gemüse ist ihr Business: Gesund, saisonal und frisch. Und jetzt ist klar: Anfang Juni wird der «Ochsen» von Schöftland wieder eröffnet.

Christine Fürst
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Der «Ochsen» in Schöftland
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Der «Ochsen» vor der Renovation. (Archiv)
So sieht die Gaststube des «Ochsen» heute aus.

Der «Ochsen» in Schöftland

Christine Fürst

Mitten im Dorfzentrum steht er: der Schöftler «Ochsen». Ein Wahrzeichen. Erste Dokumente über den Gasthof gehen auf das Jahr 1515 zurück. 1788 wurde er abgerissen und neu gebaut. Im Moment ist er jedoch kaum zu sehen. Die vier Aussenfassaden sind von Baugerüsten umgeben, Bohrlärm und staubige Böden zeugen davon, dass die neuen Besitzer hier grosse Pläne haben. Gerade wird die Fassade saniert, bald werden neue Fenster und die Restaurant-Küche eingebaut.

Schaut man auf die Geschichte des «Ochsen» zurück, würde man als neuen Besitzer einen Metzger erwarten. Denn in der Vergangenheit waren die «Ochsen»-Wirte meist auch Metzger. Doch dem ist nicht mehr so: Die Neuen sind nicht Fleischer, sondern Gemüsler. Daniel Frey und Sandra Roth von der Frey Gemüse AG in Kirchleerau haben vor rund zwei Jahren den «Ochsen» gekauft. Mitte Dezember haben sie die Produktionsküche, welche im Neubau neben dem Gasthaus eingerichtet ist, in Betrieb genommen. In der Produktionsküche wird das Gemüse verarbeitet, welches auf den Feldern geerntet wird. Produkte wie Gemüsesuppe oder Kartoffelsalat können so auch an die Kunden geliefert werden.

Pläne haben sich geändert

Rückblick: Vor zwei Jahren, als die Besitzer das Konzept rund um den «Ochsen» bekannt gaben, lag die Priorität auf der Produktionsküche und dem Neubau. Was mit dem Restaurant geschehen sollte, war noch offen. Ein Restaurant, wie es der weit über die Region hinaus bekannte «Ochsen» vor seiner Schliessung vor rund acht Jahren war, sollte es nicht werden. Die Rede war von einer Event-Gastronomie.

Doch die anfänglichen Pläne haben sich nach einigen Überlegungen geändert. Komplett. Der «Ochsen» wird Anfang Juni wieder eröffnet und dann von Mittwoch bis Sonntag geöffnet sein. Er wird wieder zum Restaurant. «Wir wollen alles so frisch wie möglich verarbeiten. Das lässt sich nicht mit einem Restaurant vereinbaren, das nur ein- oder zweimal pro Woche geöffnet ist», sagt Frey. Bereits hat das Besitzer-Paar fünf Mitarbeiter verpflichtet, noch fehlt ein Jungkoch.

«Unser Business ist das Gemüse», sagt Daniel Frey. «Gesund, saisonal und frisch sind deshalb logische Attribute für uns.» Das fleischlose Menü soll mehr als nur das Menü ohne Fleisch sein. «Das Gemüse wird ins Zentrum gerückt und ist nicht mehr nur Beilage», sagt Frey weiter. «Unsere Küche soll geerdet, ehrlich und unverfälscht sein», ergänzt Lea Rampini, Köchin und Betriebsleiterin. Doch der «Ochsen» wird keineswegs zum Vegi-Mekka. Rampini wird auch Fleisch auf den Teller bringen, «jedoch keine Unmengen». «Es wird nicht nur die Edelstücke wie Filet und Entrecote, sondern auch geschmorte Gerichte wie beispielsweise ein Ragout geben», sagt Rampini.

Kein Gourmet-Restaurant

Der grösste Teil des Gemüses wird von der Frey Gemüse AG aus Kirchleerau kommen. Um eine grosse Vielfalt zu gewährleisten, werde man aber auch Gemüse und Früchte von anderen Bauern oder aus anderen Ländern beziehen. Das Team des «Ochsen» ist nicht darauf aus, ein Gourmet-Restaurant zu eröffnen. Bei ihnen soll man einfach gut essen können. Doch klar ist auch, dass es kein Schnipo und auch keine Cordon-bleu-Wochen geben wird.

Das Restaurant hat eine sanfte Renovation hinter sich. Die Wände in der Gaststube sind dunkelrot gestrichen, die Holzabdeckungen sind weiss. «Es war uns wichtig, das originale «Ochsen»-Mobiliar zu übernehmen», sagt Sandra Roth. Die Stühle und Tische wurden abgeschliffen und neu gewachst, auch Lampen sollen wieder Verwendung finden. Bei der ganzen Sanierung haben die Besitzer mit der Denkmalpflege zusammengearbeitet. Zwei Aussenfassaden stehen unter Denkmalschutz, deshalb hatten die Besitzer bei der Sanierung bestimmte Auflagen zu erfüllen.

Im neuen Gasthof zum Ochsen soll auch die Kultur zum Thema werden. «Wir können uns vorstellen, das Essen mit kulturellen Anlässen zu verknüpfen. Aber wir verpflichten nur jene Künstler, die wir selber gerne hören würden», sagt Sandra Roth. Das Piano steht jedenfalls bereits in der Gaststube. Und im 500 Jahre alten Gewölbekeller lagert auch schon der Wein.

Die Öffnungszeiten im «Ochsen»: Mi–Fr, 11–14 Uhr; 17.30–23.30 Uhr, Sa, 16–23.30 Uhr; So, 11–22 Uhr.