Schöftland
Gemüse-Anbieter springt ab – Organisatoren bangen um den Wochenmarkt

Der Betreiber des Gemüsestandes am Wochenmarkt steigt wegen Überlastung aus. Nun sind die Organisatoren auf der Suche nach neuen Anbietern von Gemüse und Obst. Ohne dieses Angebot werde es schwierig, den Markt durchzuführen.

Christine Fürst
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Der Gemüsestand am Schöftler Wochenmarkt war beliebt. Archiv/Nam

Der Gemüsestand am Schöftler Wochenmarkt war beliebt. Archiv/Nam

Das Angebot am Schöftler Wochenmarkt war gross: Vom frischen Zopf über selbst gemachte Konfitüre bis zu einer Flasche Whisky war viel zu finden. Natürlich gehörte auch Gemüse und Obst sowie Fleisch vom Bauernhof dazu.

Doch nun ist einer der wichtigsten Marktfahrer abgesprungen. «Nach jahrelangem, sehr erfolgreichem Wirken fehlt dem Markt zurzeit die eigentliche Seele, nämlich der Gemüsestand», sagt Gemeindeschreiber Rudolf Maurer.

Mindestens sechs bis sieben Stände

Der Gemüsestand wurde von der Familie Gamp aus Kölliken betrieben. Sie bewirtschaften dort den Biobetrieb Mattenhof, wo sie auch einen grossen Hofladen führen. «Die Doppelbelastung mit dem Stand am Wochenmarkt und dem geöffneten Hofladen wurde mir zu viel», sagt Therese Gamp, die verantwortlich ist für den Marktstand des Biohofes.

Wirtschaftlich gesehen sei es vor allem im letzten Jahr gut gelaufen in Schöftland. Seit sieben Jahren brachte sie von Anfang März bis Ende Dezember jeden Samstag Gemüse, alle zwei Wochen auch Käse und Brot, ab und zu Fleisch vom Hof. «Die Entscheidung ist mir schwergefallen, aber ich war persönlich einfach überlastet», sagt Gamp.

Schöftler Wochenmarkt: Diese Anbieter wären dabei

Für Hanna Hunziker vom Karrenhof in Schmiedrued-Walde ist klar, dass sie wieder an den Schöftler Wochenmarkt gehen würde. Alle zwei Wochen brachte sie Brot, Konfitüre, getrocknetes Gemüse und Dinkelteigwaren mit. «Ich fände es schade, wenn der Markt nicht mehr wäre», sagt sie.

Auch Helena Hochuli von der Garagen-Vinothek in Reitnau wäre wieder dabei. Seit zwei Jahren bietet sie am Schöftler Wochenmarkt frische Ravioli, Pasta, Wein und Zigarren an. «Im letzten Jahr waren wir zufrieden mit den Umsätzen», sagt sie.

Für Pranom Schär ist auch klar, dass sie wieder am Markt dabei wäre und thailändisches Essen zum Mitnehmen kochen wird.

Einmal im Monat war Georg Dällenbach am Wochenmarkt, wo er Fleisch und Wurstspezialitäten von seinem Bio-Landwirtschaftsbetrieb in Uerkheim verkaufte. Im selben Rahmen wäre er auch in der kommenden Saison wieder am Schöftler Wochenmarkt dabei.

Bei den Betreibern des Claro-Standes ist der Entscheid über das weitere Vorgehen noch nicht gefallen. «Wenn ein Gemüse-Anbieter kommt, machen wir weiter, wenn keiner kommt, hören wir auf», sagt Severin Lüscher. (cfü)

Deshalb ist nicht sicher, ob der Schöftler Wochenmarkt im März ins achte Jahr starten kann. «Ein erfolgreicher Start wird nur möglich sein, wenn das Standangebot mindestens gehalten oder lieber noch erweitert werden kann», sagt Maurer.

Das Organisationsteam des Wochenmarkts machte sich in den Wintermonaten auf die Suche nach neuen Anbietern. Vor allem Gemüse und Obst, Fleisch, Blumen oder auch Süssgebäck seien gefragt.

«Die Suche nach einem neuen Gemüseanbieter war bis jetzt erfolglos», sagt Susanne Flückiger, welche die Anbieter koordiniert. Viele würden bereits auf anderen Märkten verkaufen oder das Angebot entspreche nicht den Vorstellungen.

«Ein Markt ohne Gemüseangebot durchzuführen, wird schwierig», sagt sie. Für einen attraktiven Markt brauche es im Minimum sechs bis sieben Stände. Einige Anbieter wissen jedoch bereits, dass sie wieder kommen wollen (siehe Kasten).

Auch Susanne Flückiger verkaufte jeweils am letzten Samstag im Monat ihre Bioforellen aus Uerkheim, und sie wäre in der kommenden Saison wieder dabei. «Wenn das Angebot stimmt, dann kommen auch die Besucher dieses Jahr wieder», ist sie sich sicher.