Die Gemeinden Gontenschwil und Zetzwil betreiben seit 1978 eine gemeinsame Abwasserreinigungsanlage (ARA). 2006 wurde diese ARA saniert und ausgebaut und mit einem Regenbecken erweitert. «Diese Anlage wird ihren Dienst für die nächsten 15 bis 20 Jahre wieder reibungslos erfüllen», erklärte damals Gian Levy vom Ingenieurunternehmen Holinger AG in Baden.

Doch jetzt, elf Jahre später, stellte Levy an einer Info-Veranstaltung ein neues Projekt vor. Strengere Reinigungsbestimmungen verlangen dringend Änderungen. Das Projekt sieht jedoch keinen Ausbau vor, sondern die Stilllegung. Die Abwässer beider Dörfer sollen künftig in die neue, grosse ARA Oberwynental in Reinach gepumpt werden.

Reto Bannier von der Abteilung Umwelt des Departements Bau, Verkehr und Umwelt erklärte, dass der Kanton im kantonalen Richtplan festgelegt habe, künftig die Abwasserreinigung regional zu koordinieren und auf die Vorfluter abzustimmen. Vorfluter sind die oberirdischen Gewässer, in welche gereinigte Abwässer eingeleitet werden, im Wynental ist das die Wyna.

Ziel sei es, die ARAs an schwachen Gewässern aufzuheben. Waren im Aargau 1980 rund 94 Anlagen in Betrieb, sind es heute noch 42. «Das Endziel sind 25 Anlagen», sagte Bannier, und weiter: «Abwasserleitungen sind günstiger als ARA-Ausbauten.» Die Prozesse könnten in grossen Anlagen optimiert werden, der Betrieb werde nachhaltiger, die Reinigungsleistung besser. Und nicht zuletzt resultierten tiefere Gesamtkosten pro Einwohner.

Gian Levy stellte das Anschlussprojekt vor. Die neugebaute ARA Oberwynental sei ein idealer Partner, sie gehöre gegenwärtig zu den drei modernsten Anlagen in der Schweiz und verfüge über die Kapazität, um die Abwässer der beiden Gemeinden (total 3500 Einwohner) aufzunehmen. Das Projekt sieht vor, in der heutigen ARA Gontenschwil-Zetzwil ein Pumpwerk und Regenbecken zu betreiben.

Die gesammelten Abwässer werden in einer Druckleitung nach Reinach gepumpt. Rund 3,6 Kilometer Leitung müssen verlegt werden. Dabei betonte Levy, dass dank neuer Bauverfahren das Druckrohr mit einem Durchmesser von 22 cm im Pflugverfahren im offenen Feld, unter Feldwegen oder im Spülbohrverfahren (unter der Moräne) eingelegt werden könne. «Da kommt es nicht zu offenen Gräben, es gibt viel weniger Landschäden.» Der Verlauf der neuen Leitung ist noch in Planung.

Der Abwasserverband Gontenschwil-Zetzwil rechnet mit Investitionskosten von 6,3 Millionen Franken. 2,8 Millionen würden verbaut, der Einkauf in die ARA Oberwynental schlägt mit 3,5 Millionen zu Buche. Unter dem Strich sei das für die Gemeinden eine gute Lösung, sagte Gemeinderat Bruno Ellenberger (Gontenschwil).

Die Betriebskosten würden um 125 000 Franken pro Jahr sinken, pro Kopf von 97 Franken auf 61 Franken. Die Alternative zum Anschluss im Oberwynental wären eine Gesamtsanierung und ein Ausbau der heutigen Anlage für rund 9 Millionen. Und die Betriebskosten würden ebenfalls steigen, so Levy. Die Kosten werden zwischen Gontenschwil, 3,7 Mio. (59,85 Prozent) und Zetzwil 2,5 Mio. (40,15 Prozent) aufgeteilt.

Terminplan Am 24. 11. kommt der Projektierungskredit in Gontenschwil und Zetzwil vor die Gmeind. 2018 werden das Projekt erarbeitet und der Baukredit der Gmeind vorgelegt. Ende 2019 soll das neue Pumpwerk in Betrieb genommen werden.