Gemeindezusammenschluss
Wie wird das Wappen der Fusionsgemeinde aussehen? Im Juli können Burger und Menziker die Entwürfe bewerten

Acht thematisch organisierte Arbeitsgruppen sind derzeit daran, wichtige Punkte hinsichtlich der Fusion zu klären, damit in beiden Dörfer das nötige «Wir-Gefühl» entsteht.

Flurina Dünki
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Von links: Toni Bättig, Vertretung Menziken; Rolf Kälin, heraldischer Berater; Hans-Peter Steiner, Vertretung Burg; Arbeitsgruppenleiter Roy Weber, Vertretung Menziken und Madlen Baumgartner, Vertretung Burg

Von links: Toni Bättig, Vertretung Menziken; Rolf Kälin, heraldischer Berater; Hans-Peter Steiner, Vertretung Burg; Arbeitsgruppenleiter Roy Weber, Vertretung Menziken und Madlen Baumgartner, Vertretung Burg

Zvg

So zügig wie gehofft kommt das Fusionstraktandum nicht vors Volk. Statt wie an den Wintergmeinden 2020 von Menziken und Burg angekündigt im Herbst 2021, wird voraussichtlich erst im Februar 2022 an jeweiligen Gemeindeversammlungen abgestimmt. Dies steht in einer Mitteilung über den Stand der Workshops der acht Fusions-Arbeitsgruppen. Sicher hat hier auch Corona mitgespielt.

Nun möchte man nicht mehr weiter Zeit verschwenden. Die Zusammenschlussabklärungen würden einem «ambitionierten Zeitplan» folgen. Bis Spätsommer sollte man mit den Workshops durch sein. Die Gemeinderäte und Projektberater Jean-Claude Kleiner präsentieren ihren Schlussbericht im Oktober der Bevölkerung. Nach dem Ja der Gmeinden im Februar 2022 würden im Mai die Urnenabstimmungen folgen. Nach dem Segen des Grossen Rats könnte der Zusammenschluss am 1.1.2023 erfolgen.

Nach Jahrhunderten wieder zusammen

Eigentlich kommt mit der Fusion von Burg und Menziken nur zusammen, was einst zusammen war - so erinnerte der Burger Ammann Marcel Schuller in der Videobotschaft vom März. Die Berner Eroberer hatten die Gemeinde 1751 in Burg und Menziken aufgespalten. Die Diskussionen in den Arbeitsgruppen sollen Aufschluss darüber geben, unter welchen Bedingungen und mit welchen Kompromissen die Bewohnerinnen der beiden Dörfer (Burg hat 1025 Einwohner, Menziken 6500) wieder eins werden wollen.

Einen grossen Brocken Arbeit hat die Arbeitsgruppe «Analyse und Planung der Finanzen, Liegenschaften» zu bewältigen. Sie stützen sich auf den Finanzbericht, der auf den jüngsten Abschlüssen von Burg (Steuerfuss 122 Prozent) und Menziken (Steuerfuss 118 Prozent) basiert.

Kommt der Ritter oder die Burg ins Wappen?

Das Menziker Wappen

Das Menziker Wappen

Eine Sorge der Burger sorgte bereits im Rahmen der Genehmigungen der Wintergmeinden zum Fusionsabklärungskredit für Gesprächsstoff: Wie wird das künftige Wappen der Fusionsgemeinde aussehen? Zwar bleiben die Wappen so, wie sie sind, für die Ortsteile erhalten - doch wie wird das gemeinsame Wappen aussehen? Wird der Menziker Ritter Menzo ganz übernommen oder steht er auf dem finalen Wappen neben einer Burg?

Das Burger Wappen

Das Burger Wappen

Darüber wird nun in der Arbeitsgruppe «Name, Wappen, Ortsteile, Postadresse, Vereine und Kultur» diskutiert. Und auch über das zweite wichtige (und emotionale) Identifikationsthema berät diese Arbeitsgruppe: den zukünftigen Namen der Gemeinde. Mit dem Heraldiker Rolf Kälin steht der Arbeitsgruppe ein Experte zur Seite, der sie bei der Ausarbeitung der Vorschläge zum Namen und Wappen unterstützt. Anfang Juli werden diese im «Dorfheftli» und auf der Fusions-Webseite www.57365737.ch publiziert, damit sich Burgerinnen und Menziker per Umfrage äussern können, welche Vorschläge ihnen am besten gefallen.

Die Umfrageresultate werden in die Ausarbeitung des Fusionsvertrags einfliessen. Der ehemalige Gemeinderat und Arbeitsgruppenmitglied Anton Bättig verspricht: «Die Bevölkerung bekommt auf jeden Fall eine zeitgemässe Auswahl».

Anlässlich der Fusion stellt sich auch die Frage, welchen Stellenwert die Ortsbürgergemeinden aktuell und künftig haben. Weder die Menziker noch die Burger Ortsbürger üben noch viele Aktivitäten aus. Eine Überführung der beiden Ortsbürgergemeinden in die neue Einwohnergemeinde könnte sich also aufdrängen.