Gemeindeversammlung
Mega-Forstfusion erleidet Fehlstart: Reitnau wählt den Weg mit eigenem Forstbetrieb

Weil der Gemeinderat den Reitnauer Ortsbürgern eine eigene Forstvariante beantragte, zeichnete sich das Erbegnis bereits vor Montagabend ab. Für die anderen Fusions-Gemeinden ändert allein dieses Nein noch nichts.

Flurina Dünki und Daniel Vizentini
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Förster Hans Rudolf Hochuli wird für Reitnau den Wald bewirtschaften.

Förster Hans Rudolf Hochuli wird für Reitnau den Wald bewirtschaften.

Nadia Schärli / Luzerner Zeitung

Das Riesen-Fusionsprojekt «Forstbetrieb Suhrental Ruedertal», das die Zusammenlegung des Waldes von einst 11 Gemeinden zu einem 1888 Hektaren grossen Forstgebiet beinhaltet, hat schon vor der Gründung einen Fehlstart erlitten.

Letztes Jahr stieg bereits Schmiedrued aus, die Gemeinde plant eine Waldbewirtschaftung auf Mandatsbasis. Jetzt haben sich auch die Reitnauer Ortsbürger (von 331 waren 81 anwesend) für den eigenen Weg entschieden (mit 58 zu 10 Stimmen). Sie stimmten für den Vertrag mit dem in Reitnau wohnhaften Förster Hans Rudolf Hochuli, der die Firma «Forstservice hr projects GmbH» für die Bewirtschaftung betreibt. Vorbehalten bleibt das Zustandekommen des neuen Forstbetriebs. Damit folgten sie dem Antrag des Gemeinderats.

So sind es nur noch neun Gemeinden, die potenziell im neuen Forstbetrieb vertreten sind. Aufgrund der vergleichsweise kleinen Waldfläche von Reitnau ändert sich für die anderen Gemeinden nichts: Die an den übrigen neun Gmeinden beantragten Beiträge bleiben dieselben. Die Einwohnergmeind (von 1093 waren 127 anwesend) genehmigte die Rechnung mit einem Minus von 731700 Franken.

Entscheidende Tage für die Fusion Wyna-Suhre

Eine weitere Forstfusion ist aktuell geplant zwischen den Betrieben von Gränichen-Unterkulm und Suhr-Buchs zu einen neuem Forstbetrieb Wyna-Suhre. Potenzial für eine Optimierung des Betriebs und eine Verbesserung der Finanzen sei vorhanden. Nebst den Herausforderungen durch den schwierigen Holzmarkt und den Klimawandel hat auch der Wegfall des Rohrer Waldanteils und Pensionierungen den Anstoss für die Fusionsüberlegungen gegeben. Der nötige Gemeindevertrag wurde bereits erarbeitet, in den nächsten Wochen werden nun die Ortsbürger der vier Gemeinden entscheiden, in Suhr etwa bereits diesen Donnerstag. Am selben Abend gibt es in Gränichen eine Infoveranstaltung für deren Ortsbürger. Bei einem Ja könnte der fusionierte Forstbetrieb 2022 starten.