Gemeindeversammlung
Die Schulkinder von Muhen kriegen ihr Essen für den Mittagstisch aus der Wendepunkt-Küche

Ausserdem gehts an der Gemeindeversammlung vom 4. Juni um den Forstbetrieb, Gemeinderatsentschädigung und ein sehr gutes Rechnungsergebnis.

Flurina Dünki
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Die Müheler Schulkinder kriegen ihren Mittagstisch

Die Müheler Schulkinder kriegen ihren Mittagstisch

Flurina Dünki / Aargauer Zeitung

Muhen darf für das Jahr 2020 eine hervorragende Rechnung präsentieren. Grund: Es kamen viel mehr Steuern rein, als man erwartet hatte. Die 947631 Franken im Plus sind ein Riesengewinn, verglichen mit den budgetierten 3440 Franken. An Gemeindesteuern wurden 10,3 Millionen Franken eingenommen, 706700 Franken oder 7 Prozent mehr als budgetiert. Der Betrag der Sondersteuern ist mit 468289 Franken gar um 282300 Franken über dem Budget.

Trotz Steuersegen: Der Gemeinderat möchte seine Entschädigungszahlungen für die nächste Amtsperiode nicht erhöhen. An der Gemeindeversammlung vom 4. Juni wird deshalb eine gleichbleibende Entschädigung beantragt. Zwar hat der Gemeinderat hat seine Entschädigungen mit den umliegenden Gemeinden verglichen und dabei festgestellt, dass die Entschädigungen der Gemeinde Muhen im Durchschnitt eher etwas tiefer ausfallen. Doch aufgrund der schwierigen finanziellen Lage infolge Corona sehe er von einer Erhöhung ab.

Der Mittagstisch kommt definitiv

Die Ansätze (Bruttobeiträge inklusive teuerungsbedingter Mehrkosten) bleiben also für den Gemeindeammann 36'000 Franken, den Vizeammann 21'000 Franken und für Gemeinderäte je 19'000 Franken pro Jahr. An der Gmeind wird auch die definitive Einführung des Mittagstisches beantragt, zusammen mit einem Stellenplafond von 40 Prozent.

Finanziert wird er von den Eltern (sie zahlen zwischen 50 bis 75 Prozent) und der Gemeinde. Nach den Sommerferien 2020 war ein Pilotprojekt gestartet worden, auf das sich die Kostenrechnung stützt. Gemäss dieser zahlten die Eltern 11621 Franken und die Gemeinde 11959 Franken.

Basis der schulergänzenden Betreuung ist das Kinderbetreuungsgesetz. Die Gmeind soll ausserdem das neue Reglement über den Betrieb von schulergänzenden Angeboten absegnen. Wie der Gemeinderat in der Broschüre schreibt, hätten im Lauf des Jahres 2019 Einwohner und Einwohnerinnen der Gemeinde Muhen vermehrt den Wunsch nach einer Mittagsbetreuung für ihre Kinder geäussert.

Der Pilot wurde gestartet (wegen Corona im August statt im Februar), um den Bedarf abzuklären. Dieser scheint vorhanden und die Mittagsbetreuung soll wie gehabt jeweils am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag angeboten werden. Ausgenommen sind die Schulferien. Das Essen bezieht der Mittagstisch in Muhen selbst – von der Stiftung Wendepunkt. Kosten: 16 Franken pro Kind und Tag.

Neuer Sockelbeitrag für Wald wesentlich höher

Wegen der geplanten Gründung des neuen Forstbetriebs Suhrental-Ruedertal muss die Gmeind auch über den jährlicher Sockelbeitrag entscheiden. Dem bisherigen Forstbetrieb Muhen-Hirschthal-Holziken wird ein Sockelbetrag von 22'320 Franken (279 ha à 80 Franken) abgegolten. Für den neuen Betrieb werden es 45'129 Franken jährlich sein müssen, dies, weil der neue Verteilschlüssel etwa Leistungen an die Öffentlichkeit beinhaltet (Waldwegunterhalt Begleitung von Schulklassen Absperren von Holzschlägen, Waldumgängen).

Kostenpunkte, die man früher teilweise mit Holzverkauf finanzieren konnte. Heutzutage muss der Erholungs- und Erlebniswald bezahlt werden. Er berechnet sich zur einen Hälfte aus der Gesamtwaldfläche, zur anderen aus der Einwohnerzahl 63 Franken pro Hektare und 7 Franken pro Einwohner. An der Müheler Gemeindeversammlung kommen die Ortsbürger erst nach der Einwohnerversammlung zusammen. Folglich wird erst dann entschieden, ob die Ortsbürger (als Waldeigentümer) dem neuen Forstbetrieb beitreten wollen.

Die eine Kreditabrechnung, die es abzusegnen gilt, betrifft die Arbeiten in der Leinstrasse von 755'000 Franken, die 2018 und 2019 bewilligt worden waren. Insgesamt wurde der Kredit um 2 Prozent (13'279 Franken) unterschritten.