Der Spardruck macht auch vor der Standortförderung nicht Halt. In den nächsten vier Jahren steht im Aargau nur noch rund die Hälfte der Fördergelder für Projekte im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP) zur Verfügung.

Dieser Umstand wirkt sich auch auf die Arbeit des Gemeindeverbands aargauSüd impuls aus, wie Geschäftsführer Herbert Huber an der Abgeordnetenversammlung vom Donnerstagabend deutlich machte.

«Wir werden es schwer haben, weitere NRP-Projekte realisieren zu können.» Damit nahm Huber Bezug auf eine Stellungnahme des Kantons, wonach dieser in der kommenden Umsetzungsperiode jene Regionen vorrangig unterstützen will, die bisher noch keine Projekte realisiert haben. Für Huber geht dieser Entscheid in die falsche Richtung: «So werden statt der strukturschwachen Regionen – für die diese Projekte eigentlich vorgesehen sind – jene unterstützt, die bisher keine Projekte eingereicht, also gar kein eigentliches Bedürfnis haben.» Er versprach, sich zusammen mit dem Vorstand dafür stark zu machen, dass aargauSüd impuls sicher wieder ein Projekt realisieren könne.

Derzeit sind unter der Federführung des Regionalverbands drei NRP-Projekte am Laufen: Das Projekt «Schule trifft Wirtschaft», das zum Ziel hat, den Austausch zwischen Lehrbetrieben und Schulabgängern zu fördern, ein Projekt zur Entwicklung des touristischen Angebots in der Region sowie eins zur Standortentwicklung für Arbeitsplätze.

Die 19 anwesenden von 24 Abgeordneten genehmigten ein ehrgeiziges Budget 2016. Es geht von einem Ertrag 270 200 Franken aus, der sich vornehmlich aus dem Pro-Kopf-Beitrag der Gemeinden von 6 Franken sowie aus den reduzierten Beiträgen von Bund und Kanton ergibt. Das sind 26 500 Franken weniger als im Budget 2015 eingesetzt waren und rund 77 700 Franken weniger als die Rechnung 2014 auswies. Doch man will damit auskommen. Das Budget 2016 rechnet mit einem Aufwandüberschuss von 10 550 Franken.

Einsparungen sind beim Budgetposten «Sitzungsgelder» vorgesehen. Dieser wurde von 22 000 Franken im Budget 2015 auf 15 000 Franken reduziert. Vizepräsident Thomas Brändle erklärte, dass man – weil weniger Projektarbeiten erwartet würden – von weniger Sitzungen von Vorstand und Kommissionen ausgehe. Auch will man die Ausgaben für Drucksachen und Publikationen um mehr als die Hälfte reduzieren und das «Erzähltal» auf eigene Beine stellen. Sponsoren sind bereits gefunden.

Präsident Martin Widmer informierte die Versammlung auch kurz über den Stand der Dinge bezüglich «Fusio 2018», der Zusammenlegung der beiden Zivilschutzorganisationen (ZSO) Wynental und aargauSüd. Es sei eine Projektskizze ausgearbeitet und den betroffenen Gemeinden unterbreitet worden. Bis zum 15 Juni hätten dem Papier alle Gemeinden zugestimmt. Die Projektgruppe sei nun an der Ausarbeitung der Grundlagen für die Neuorganisation, die 2018 in Kraft treten soll.

Gastreferent Beat Dobmann stellte in einem Kurzreferat das Hightech Zentrum Aargau vor. Das eigenständige Dienstleistungszentrum, vor drei Jahren ins Leben gerufen und örtlich beim Campus Brugg-Windisch angesiedelt, ist Anlaufstelle und Drehscheibe zwischen den KMU und Hochschulen, Forschungsinstituten sowie Branchenverbänden. Dobmann zeigte an konkreten Beispielen auf, wie Unternehmen – auch aus der Region – dabei unterstützt werden, neue Technologien für sich zu finden und Problemlösungen auszuarbeiten.