Gemeindeverband
Der neue Luftwaffenchef Peter Merz ist ein Böjuer – und er kam zur Versammlung von aargauSüd Impuls

Zudem wurden an der Delegiertenversammlung im Löwensaal Beinwil am See die Kandidaten für die Nachfolge von Martin Widmer vorgestellt: Grossrätin Karin Faes und der Reinacher Vizeammann Bruno Rudolf.

Flurina Dünki
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 v.l. Geschäftsführer Herbert Huber, Gast Peter Merz (ab 1.7.2021 Luftwaffenkommandant) und Präsident Martin Widmer.

v.l. Geschäftsführer Herbert Huber, Gast Peter Merz (ab 1.7.2021 Luftwaffenkommandant) und Präsident Martin Widmer.

Flurina Dünki / Aargauer Zeitung

Die Abgeordnetenversammlung aargauSüd wartete am Donnerstag mit einem Stargast auf. Präsident Martin Widmer brachte einen alten Freund aus seiner Luftwaffenzeit mit, den er vor fast 30 Jahren kennengelernt hatte, als sie beide für den Kauf der F/A-18-Kampfjets (und für die Ablehnung der damaligen GSoA-Initiative) weibelten. Damals war Peter Merz ein junger Leutnant, heute ist er designierter Kommandant der Schweizer Luftwaffe und wird am 1. Juli seinen Dienst antreten.

Der 53-Jährige hatte für seine Rede zur «Zukunft der Schweizer Luftwaffe» im Löwensaal Beinwil am See ein Heimspiel. Er war seiner Heimat Böju trotz steiler Militärkarriere stets treu geblieben. «Als Dübendorf damals zu meinem neuen Arbeitsort wurde, hatte meine Frau erst gerade eine Lehrerinnenstelle hier im Dorf bekommen. Da ich ohnehin zwischen den Schweizer Militärflugplätzen pendeln würde, entschieden wir uns für Beinwil», sagte er zu seinem Bekenntnis zum Heimatdorf.

Der ursprüngliche Lastwagenmechaniker mit Lehre bei der AHT in Othmarsingen flog ab 1990 im Überwachungsgeschwader der Luftwaffe. Seither sass er in den Cockpits der «Vampire», «F-5 Tiger» und der «F/A-18». Noch ist er Projektleiter für die neuen Kampfflugzeuge, zu deren Beschaffung die Schweizer Stimmberechtigten im letzten September den Segen gaben. Unter seiner Führung wurden die vier infrage kommenden Typen «Eurofighter», «F/A-18», «Rafaele» und «F-35A» betreffend ihrer Eignung für die Schweiz beurteilt und das Schlussfazit bereits Bundesrätin Viola Amherd übergeben. Sie wird es Ende des zweien Quartals den Typ-Entscheid beim Gesamtbundesrat abholen.

Abgeordnetenversammlung des Gemeindeverbands aargauSüd Impuls in Beinwil am See vom 6.5.2021.

Abgeordnetenversammlung des Gemeindeverbands aargauSüd Impuls in Beinwil am See vom 6.5.2021.

Flurina Dünki /
Aargauer Zeitung

Nebst dem Auftritt von Peter Merz wurden auch die ordentlichen Traktanden behandelt. Als Jahresziele steht die Weiterführung der Zusammenarbeit mit dem Regionalverband Suhrental an. Hierzu wurden die Stärken und Schwächen beider Verbände analysiert, um eine Grundlage für die Planung weiterer Meilensteine zu schaffen. Zusätzlich soll ein neues Projekt mit Bundes- und Kantonsgeldern "zur Stärkung des Standorts aargauSüd" erarbeitet werden.

Weiter ist das Tool zum regionalen Siedlungsgebietsmanagement ausgearbeitet. Es ermöglicht einen erleichterten Abtausch von Siedlungsflächen zwischen Gemeinden, etwa, wenn für eine Erweiterung eines Betriebs Bauland benötigt wird (Beispiel Kaltband Reinach). In den Topf gelangen Siedlungsflächen, die eine Gemeinde rechtmässig auszonen muss, und geht dadurch nicht verloren, sondern kann von bei Bedarf als Siedlungsfläche beantragt werden. Die Rechnung schliesst mit einem Plus von 27'670 Franken - ein grosser Unterschied zum budgetierten Plus von 2650 Franken. Gründe dafür sind etwa gesparte Sitzungskosten (4000 Franken) wegen Corona und nicht verwendete Kantonsbeiträge (8000 Franken).

Präsidentenwahl

Zwei wollen Nachfolger von Martin Widmer werden

v.l. Karin Faes und Bruno Rudolf kandidieren für das Präsidentenamt per 2022.

v.l. Karin Faes und Bruno Rudolf kandidieren für das Präsidentenamt per 2022.

Flurina Dünki / Aargauer Zeitung

Nachdem Martin Widmer als Präsident von aargauSüd Impuls Ende Jahr abtritt, kommt es zur Kampfwahl. Die FDP-Grossrätin Karin Faes mit Wohnort Schöftland tritt gegen den Reinacher Vizeammann und Grossrat Bruno Rudolf (SVP) an, der überdies im Herbst den Ammannsitz erobern will. Weil mit Martin Widmer und Peter Fischer zwei Personen aus dem Vorstand ausscheiden, braucht es mindestens zwei neue Kandidaten. Diese stehen mit dem Teufenthaler Ammann Niklaus Boss und der Oberkulmer Frau Vizeammann Denise Geiser bereit. Die Anmeldefrist für Vorstandsämter läuft noch bis Ende Mai.

Niklaus Boss und Denise Geiser kandidieren für die zwei freiwerdenden Vorstandssitze per 2022.

Niklaus Boss und Denise Geiser kandidieren für die zwei freiwerdenden Vorstandssitze per 2022.

Flurina Dünki /
Aargauer Zeitung