Suhrental/Ruedertal
Gemeinderatswahlen: Diese zwei Politiker halten sich noch bedeckt

Gemeinderatswahlen: Welche Politiker des Suhren- und Ruedertals wieder antreten. Und wer es sich nochmals überlegt.

Flurina Dünki
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Kommt er nochmals? Der Kölliker Ammann Fredy Gut machts spannend.Chris Iseli

Kommt er nochmals? Der Kölliker Ammann Fredy Gut machts spannend.Chris Iseli

Chris Iseli

Von den 15 Suhren- und Ruedertaler Gemeindeamännern werden 3 sicher nicht mehr antreten. Peter Lüscher (Holziken, SVP), Regina Lehmann (Reitnau, SVP) und Stephan Müller (Wiliberg, SVP) haben ihren Rücktritt bekannt gegeben. Die 61-jährige Regina Lehmann kann auf 20 Jahre Gemeinderatstätigkeit zurückblicken, davon 8 Jahre als Ammann. Ihr Wiliberger Amtskollege Stephan Müller (61) brachte es gar auf 24 Jahre. Dagegen wirken die acht Amtsjahre von Peter Lüscher schon bescheiden.

Ein Geheimnis aus ihrem Entscheid machen derzeit noch die Ammänner Köllikens und Uerkheims. Für Fredy Gut (FDP) geht 2017 die erste Amtsperiode in Kölliken zu Ende. Vor seiner Wahl vor vier Jahren wurde zuerst kein Nachfolger für den abtretenden Roland Brauen gewählt, da im ersten Wahlgang kein Kandidat das absolute Mehr erreicht hatte. Auch wusste Gut, der damals seit 6 Jahren im Gemeinderat war, bis kurz vor der Wahl nicht, ob er als Ammann kandidieren wollte. Das anzutretende Erbe war belastet, etwa wegen der gescheiterten Umgestaltung des Dorfplatzes. Gegen diese wurde das Referendum ergriffen, schliesslich zog sich der Investor zurück. Im zweiten Wahlgang im Januar 2014 wählten Köllikens Einwohner Fredy Gut in stiller Wahl.

Ebenfalls noch nicht entschieden hat sich der Kölliker Gemeinderat Christoph Müller (FDP). Seine Kollegen Steven Schneider (SP), Roland Frei (FDP) und Mario Schegner (parteilos) kandidieren im Herbst erneut.

Gabriel noch schweigsam

Der Uerkner Ammann Markus Gabriel (SVP), der seinen Entscheid ebenfalls noch nicht kommuniziert hat, sorgte letztes Jahr für Diskussionsstoff, weil er deutlich mehr Geld für seine Arbeit erhalten sollte. Das neue Besoldungsreglement, über das im November abgestimmt wurde, sollte dem Gemeindeammann 30 000 statt wie bisher 15 000 Franken jährlich einräumen. Auch die Gemeinderäte sollten höher entschädigt werden. An der Gemeindeversammlung kam es zu einer heftigen Diskussion, schliesslich wurde die Besoldungsänderung abgelehnt. Gabriel argumentierte damals mit der empfohlenen Besoldung der Gemeindeammänner-Vereinigung, die für eine Gemeinde von der Grösse Uerkheims 43 500 Franken Jahresentschädigung vorschlägt. Wie der Ammann so haben auch die Gemeinderäte Uerkheims noch nicht kommuniziert, ob sie dieses Jahr zur Wahl antreten. Im Falle des erst im März gewählten Marcello De Matteo (parteilos) ist anzunehmen, dass er wieder kandidiert.

Schmiedrued informiert

In Schmiedrued wird für 2018 der Gemeinderatssitz von Esther Eggenschwiler (parteilos) vakant. Dies nimmt der Gemeinderat als Anlass, im Rahmen eines Informationsabends am 15. Juni die Aufgaben der Gemeinderäte und Gemeinderätinnen vorzustellen. Dabei wird Einblick in die verschiedenen politischen Ämter gewährt. Die Gemeinderäte erklären ihre Ressorts, geben Auskunft über den Zeitaufwand, Voraussetzungen, Entschädigung und Vor- und Nachteile eines solchen Amtes. Die Gemeinde hofft, so geeignete Kandidaten für den vakanten Gemeinderatssitz und für die anderen frei werdenden Ämter in Finanzkommission und Steuerkommission zu finden. (fdu)

Die bisherigen Ammänner aus dem restlichen Suhren- und Ruedertal (Muhen, Hirschthal, Schöftland, Schlossrued, Schmiedrued, Bottenwil, Staffelbach, Kirchleerau, Moosleerau und Attelwil) treten alle zur Wiederwahl an. Der Gemeinderat Schöftland, der geschlossen wieder kandidiert, arbeitet erst drei Jahre in heutiger Zusammensetzung. Die gute Zusammenarbeit habe den Entscheid zur Kandidatur mitbeeinflusst, teilt die Gemeinde mit.

Von den abtretenden Gemeinderäten ist vor allem der zeitliche Aufwand als Rücktrittsgrund zu vernehmen. Es sei vorgekommen, dass sie wegen der Unvereinbarkeit der Termine von Gemeinderat und Beruf tageweise Ferien nehmen musste, sagt etwa die Schlossruederin Monica Riedo-Barmet (parteilos), die nach zwei Amtsperioden nicht mehr kommt.

Auch Sonja Morgenthaler (SP), Vizeammann von Hirschthal, möchte die bisher von ihrem Amt absorbierte Zeit in Zukunft anders einsetzen. Nach 15 Jahren im Gemeinderat, während derer sie ihren Beruf als Pflegefachfrau nicht ausübte, möchte sie wieder in die Arbeitswelt zurück. Sie sei sehr gerne Gemeinderätin gewesen, wolle nun aber wieder beruflich tätig sein, sagt Morgenthaler. Der Zeitaufwand als Gemeinderat sei in Laufe der Jahre nicht kleiner geworden, bestätigt auch der Müheler Vizeammann Werner Schertenleib (SVP). Der 66-Jährige möchte mit seinem Rücktritt ausserdem einer jüngeren Person Platz machen.

Ebenfalls nicht mehr zur Wahl steht Schertenleibs Gemeinderatskollegin Cornelia Wüthrich (SP). Die 60-Jährige hat eine bewegte Zeit in der Gemeindeexekutive hinter sich. 2007 wurde sie während der Legislaturperiode als Nachfolgerin von Alfred Brunner in den Gemeinderat gewählt. Drei Jahre Später wurde sie Muhens erste Frau Gemeindeammann. Als Gemeinderat Andreas Urech (SVP) 2013 seine Kandidatur zum Ammann ankündigte, trat Wüthrich nicht mehr für eine zweite Amtszeit als Amman an, blieb aber im Gemeinderat. «Die politische Arbeit muss Freude machen. Es kann zermürbend sein, wenn Erfolge ausbleiben», sagt die Kindergärtnerin zu ihrem Rücktritt per Ende Jahr. Es sei schwierig, den richtigen Moment fürs Aufhören zu finden. Für sie sei es nun aber so weit.

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