Schöftland
Gemeinderatsschiessen – heute sagt man dem «Networking»

Am traditionellen Treffen der Obersuhrentaler Gemeinderäte wurde friedlich nur mit Pétanquekugeln geschossen. Wichtiger als das Spiel warder Austausch unter den Räten. «Was liegt auf dem Magen?», fragte der Schöftler Gemeindeammann Hans Müller.

Peter Weingartner
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Gemeinderatsschiessen
10 Bilder
Die Teammittglieder fiebern bei jedem Wurf mit.
Fabio Arrighi gibt Tipps.
Hans Müller hat ein lockeres Händchen.
Der Schöftler Gemeindeamman wirft die Kugel.
Hans Wirz hat alles im Griff(el).
Höchste Anspannung, Gemeinderat Markus Baumann wirft.
Spass beim Spiel ist wichtig.
Welche Kugel liegt näher beim Schweinchen.JPG
Welche Dynamik!

Gemeinderatsschiessen

Peter Weingartner

33 Räte und Rätinnen sowie höhere Verwaltungsangestellte massen sich am 32. Gemeinderatsschiessen erstmals in einer neuen Sportart: Pétanque. Da wird zwar geschossen, doch brauchts keinen Gehörschutz. Hans Wirz, Chef der Pétanque-Sektion SC Schöftland erklärt, wie es geht. Instruktor Fabio Arrighi gibt heisse Tipps. Heidi Walther aus Staffelbach erweist sich als wahres Talent, derweil sich Ratskollege Reinhard Schaffner der Kegeltechnik bedient. «Wir suchen noch Spielerinnen», sagt Arrighi, nachdem Heidi Walther mit ihrer letzten Kugel die kleine weggespickt und so Spiel gekehrt hat. Im Wettkampf siegt Reitnau vor Attelwil, Moosleerau, Schöftland, Wiliberg, Kirchleerau und Staffelbach.

Was, wenn es zu wenig Kandidaten gibt?

Im Bürgersaal des Schlossgartens wird nach dem Sport diniert. Wirt Christian Mitterbacher fährt ein gewaltiges italienisches Buffet auf. Das Gemeinderatsschiessen gibt Gelegenheit zum Gedankenaustausch. Was passiert, wenn eine Gemeinde zu wenig Kandidierende für den Gemeinderat hat wie Staffelbach? Gemeindeammann Max Hauri hofft auf den zweiten Wahlgang.

Weniger Ehre fürs Ehrenamt

Lorbeeren seien keine zu holen als Gemeinderat, doch man könne Neues lernen, meint Silvia Morgenthaler, Moosleerauer Gemeindeammann. Vorschusslorbeeren aber gibt’s für die Gemeinde Schöftland, die ab dem 1. Januar auch für Kirchleerau die Bauverwaltung übernimmt. «Nachschusslorbeeren» verteilt der Moosleerauer Gemeinderat Andreas Keller: «Das klappt sehr gut, Beispiel Einspracheverhandlungen mit Swisscom.»

Zukunft ohne Zofingenregio?

«Gibt es Sachen, die auf dem Magen liegen?», fragt Hans Müller, der abtretenden Schöftler Gemeindeammann, vor dem Dessert. Der Gemeindeverband Zofingenregio, was die Sozialdienste angeht. Die Gemeinden Attelwil, Reitnau und Wiliberg sehen keinen Grund für einen Austritt. Leerau und Staffelbach hingegen kündigen. Es habe Anfragen gegeben, sagt Hans Müller, Schöftland könne allenfalls aushelfen und beim Aufbau einer eigenen Organisation helfen. Das sei besser, als sich Zofingen oder Kölliken anzuschliessen: «Die Leute im Tal kennen einander, und das ist wichtig.» Doch nicht alles, was aus Zofingen kommt, ist schlecht: Bussengelder werden retour vergütet.

Das nächste Mal laden die Staffelbacher zum Ratstreffen ein.

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