Bildung

Gemeinderat und Schulleiter streiten um die Oberstufe in Teufenthal

Schule Teufenthal mit Primarschule und Oberstufe.

Schule Teufenthal mit Primarschule und Oberstufe.

Die Kreisschulen im mittleren Wynental planen ihre Zukunft. Der Teufenthaler Gemeinderat will, dass die Gemeinde auch mit dem neuen Schulsystem ein Oberstufenstandort bleiben. Schulleiter Alois Zwyssig dagegen hält den Standort für sinnlos.

Mit Blick auf den Systemwechsel von 5 Jahre Primar- und 4 Jahre Oberstufe (5/4) auf neu 6/3 ab August 2014 planen die Kreisschulen ihre Zukunft. Die Kreisschule mittleres Wynental (KSM) unterrichtet die Schüler der Sek und Realschule an den drei Standorten Oberkulm, Unterkulm und Teufenthal, die Bezler in Unterkulm.

Mit der Annahme des Gesetzesartikels «Stärkung der Volksschule» vom März 2012 steht fest, dass ein Oberstufenstandort mindestens drei Klassen umfassen muss. Durch den Wegfall der 1. Oberstufe an die Primarschulen kommt es in der Kreisschule zu markanten Veränderungen bei den Schülerzahlen; ein ganzer Jahrgang fehlt.

Massiv sinkende Schülerzahlen

Bei der KSM sinken zudem die Schülerzahlen überhaupt. Waren es 2011/12 noch 397 Schüler, so werden es 2014 noch 242 sein. In Teufenthal sinkt die Schülerzahl von heute 74 auf 43 im Jahr 2014/15. Diese Entwicklung und die Umstellung auf 6/3 haben bewirkt, dass die Gemeinden eine Änderung der Satzungen des Gemeindeverbandes «Schulverband Oberstufe Mittleres Wynental» vorschlagen.

Neu sollen noch die Gemeinden Oberkulm und Unterkulm Schulstandorte sein. Teufenthal gehört weiter zur KSM, aber es führt keine Oberstufenklassen mehr. Diese Umstellung begründet sich auch wegen des Geburten- und damit Schülerrückgangs. Zusätzlich will die KSM die Berechnungsgrundlagen für die Schulen anpassen.

«Eine absolut nötige Massnahme», sagt KSM-Schulleiter Alois Zwyssig. Mit künftig zwei Klassen ist kein Schulstandort zu führen.» Abgesehen davon sei die Infrastruktur in Oberkulm und Unterkulm besser an die Bedürfnisse der Oberstufe angepasst, vor allem im naturwissenschaftlichen Bereich. Für Zwyssig bringt die Änderung nur Vorteile.

Der Gemeinderat Teufenthal hat da eine andere Sicht und er empfiehlt dem Souverän an der Gmeind, das Geschäft zur Ablehnung. Gemeindeammann Urs Lehner sagt: «Wir proben nicht den Aufstand, aber der Zeitpunkt für diese Änderung ist schlecht gewählt.» Nach einer möglichen Fusion Oberkulm-Unterkulm hätte man noch zwei Standorte: Kulm und Teufenthal. Weiter befürchtet die Behörde in Teufenthal Nachteile bei der Finanzierung. «Es fehlt die Solidarität unter den drei Gemeinden», sagt Lehner. Teufenthal sei genügend ausgerüstet für Oberstufenunterricht und wolle keinen leeren Schulraum. Die Kosten für die leeren Schulzimmer müssten vollumfänglich von Teufenthal getragen werden. Lehner rechnet mit zunehmenden Schülerzahlen, weil in Oberkulm viel gebaut werde. Dass das BKS letztlich via Schulgesetz verfügen kann, weiss Lehner.

Ablehnung ohne Lösung

Für Schulleiter Alois Zwyssig ist Teufenthals Argumentation schwierig. «Die Behörde blockiert die Standortfrage seit vier Jahren und jetzt lehnen sie ab, ohne eine andere Lösung vorzuschlagen.» Von der Infrastruktur und den Schülerzahlen her gesehen sei es klar, die Oberstufenschulhäuser in Oberkulm und Unterkulm seien auszulasten. Letztlich habe die Schule die Aufgabe, ein möglichst vollständiges Angebot bei Pflicht- und Wahlfächern anzubieten.

Für Schulleiter Zwyssig gibt es bei einem Austritt nur Verlierer. Die KSM hätte zu wenig Abteilungen und drohte auseinanderzufallen. Aber auch Teufenthal wäre nicht überlebensfähig. Zwyssig sagt, er habe in den Verhandlungen, die zum Teil von Teufenthal boykottiert wurden, den Eindruck gewonnen, Teufenthal wolle nicht wirklich auf eine konstruktive Lösung hin arbeiten und versuche auf Zeit zu spielen..

Für Zwyssig ist klar, sollte die Gemeinde Teufenthal die Satzungsänderung ablehnen, werde die KSM an den Regierungsrat gelangen. «Wir sind für die Schulraum- und Stellenplanung auf klare Vorgaben angewiesen, und zwar rechtzeitig.» Zwyssig erwartet vom BKS, dass die Sache mit einer Verfügung geregelt würde.

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