Völlig unbestritten scheint in Menziken der beantragte Kredit in Höhe von 170 000 Franken für eine neue Schmutzwasserleitung im Herzog-Areal. An der Partei- und Presseinformation zur Gemeindeversammlung vom 8. Juni gab das Traktandum jedenfalls kein Anlass zu Diskussionen. Mehr zu Reden dürfte an der Gmeind dagegen der geforderte Zusatzkredit von 300 000 Franken für die Sanierung des Bürgerheims geben (die az berichtete). Ob denn diese Mehrkosten nicht vorhersehbar gewesen seien, wurde der Gemeinderat gefragt. Ressortvorsteher Alfred Merz führte aus, die Mehrkosten seien dadurch bedingt, dass man sich erst später für qualitativ bessere Duschen entschieden habe und weil die Elektroinstallationen mit Schutzschaltern abgesichert werden müssten. Ausserdem würden Raumanpassungen gemacht und das Architektenhonorar falle höher aus.

Der Gemeinderat habe sich entschieden, «nicht einfach mit den Bauarbeiten zu beginnen und später mit einem Nachtragskredit zu kommen», so Merz weiter, sondern «transparent zu sein» und die Realisierung des Projekts erst zu starten, wenn die auf verbindlichen Offerten basierenden Kosten genehmigt seien. Detailabklärungen hätten gezeigt, dass die geplanten Renovationsarbeiten mit dem vor Jahresfrist bewilligten Kredit in Höhe von 950 000 Franken nicht realisierbar seien.

Dafür wirtschaftet das Bürgerheim gut. Die Rechnung 2015 der Institution für Menschen mit einer psychischen, physischen oder sozialen Beeinträchtigung, weist einen Gewinn von rund 44 500 Franken aus. Das ist mehr als 100 000 Franken besser als budgetiert und trägt auch zu einem besseren Resultat der Gemeinderechnung bei. Diese schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 636 247 Franken. Zwei Faktoren haben gemäss Ausführungen von Gemeinderat Jürg Rubin wesentlich zum besseren Ergebnis beigetragen: Der Steuerertrag sei um 343 138 Franken höher ausgefallen als budgetiert und bei der Dienststelle Soziale Sicherheit hätten – zum Beispiel wegen des guten Bürgerheim-Ergebnisses, aber auch dank höherer Kantonsbeiträge an die Sozialhilfe-Ausgaben des Vorjahres – Minderausgaben von 296 710 Franken resultiert.