Kölliken
Gemeinderat ist gegen die Schulpflege

An der Gmeind wurde ein Antrag für die Erhöhung des Pensums der Schulsozialarbeit gutgeheissen – der Gemeinderat hielt dies nicht für nötig.

Peter Weingartner
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Die Schulpflege Kölliken will das Pensum der Schulsozialarbeit aufstocken.

Die Schulpflege Kölliken will das Pensum der Schulsozialarbeit aufstocken.

Peter Weingartner

Die traktandierten Sachgeschäfte gaben an der Gmeind vom Freitag kaum zu reden. Nicht so das offene Traktandum «Verschiedenes». Im Namen der Schulpflege verlangte deren Vizepräsidentin Kathrin Schlatter, dass der Gemeinderat auf die Gemeindeversammlung vom 27. November eine Erhöhung des Pensums der Schulsozialarbeit in Kölliken traktandieren muss. Dabei geht es um eine Erhöhung von bisher 60 auf neu 80 Stellenprozente, und zwar auf den 1. Januar 2016. Der Antrag obsiegte mit 47 Stimmen gegenüber 23 Stimmen, die dem Gemeinderat folgten, der eine Erhöhung – Kosten 20'000 Franken jährlich – nicht für nötig hält.

Schlatter nannte konkrete Arbeitsfelder der Schulsozialarbeit und wies darauf hin, dass seit der Einführung der Schulsozialarbeit 2011 die Zahl der Gespräche von 290 auf 544 im Jahr 2014, die Anzahl Fälle von 96 auf 199 gestiegen sei. Eine Evaluation habe gezeigt, dass die Präventionsarbeit zu wenig ausgebaut sei. Zudem: Beiträge an Heimkosten kämen die Gemeinde teurer zu stehen als die 20'000 Franken pro Jahr. Der Kanton empfiehlt 100 Stellenprozente für 700 Schüler. Mit knapp 600 Schülern sei ein Pensum von 80 Prozent, auch im Vergleich zu anderen Gemeinden, angebracht.

Gemeinderat Roland Frei begründete die Haltung des Gemeinderats: genügend andere Beratungsstellen in der Region mit ähnlichen Angeboten. Eine Mutter von drei Kindern wies auf die Verantwortung der Eltern hin: «Ist das die Aufgabe von uns Steuerzahlern?» Und Ammann Fredy Gut meinte, die Schulsozialarbeit sei eine freiwillige Leistung. Unterstützung und Applaus erhielt die Schulpflege von mehreren Votanten, unter anderem von einer Lehrperson, die mit Schulsozialarbeit in einem Mobbing-Fall gute Erfahrungen gemacht hat: «Ich würde nie an einer Schule arbeiten ohne Schulsozialarbeit.»