In einem Inserate-Text in der Aargauer Zeitung informierte der Regionalplanungsverband aargauSüd impuls vergangene Woche etwas kryptisch über eine gross angelegte Standort-Suche für die Ablagerung von Aushub in der Region. Nach einer flächendeckenden Standortevaluation durch einen privaten Fachplaner seien die Gemeinderäte von vier Dörfern, drei in der Region aargauSüd und eines im Einzugsgebiet des Regionalplanungsverbands Suhrental, angeschrieben und an einer Informationsveranstaltung über die Machbarkeitsstudie informiert worden, hiess es sinngemäss in der Mitteilung. Und weiter: «Alle vier Gemeinderäte haben nach gründlicher Prüfung eine negative Rückmeldung eingereicht mit der Begründung eines fehlenden Bedürfnisses. Zudem sind sie nicht bereit, die anstehenden Probleme des ‹Speckgürtels› auf Kosten unserer noch ruhigen und lebenswerten Wohnregionen zu lösen.»

Was steckt dahinter? Wo gebaut wird, fällt Aushub an. Der muss irgendwo deponiert werden. In erster Priorität wird das saubere Aushubmaterial dazu verwendet, Kiesgruben aufzufüllen. Früher bezahlte der Grubenbetreiber gar für das Auffüllmaterial. Das ist vorbei. Das Deponieren von Aushub ist heute teuer, geeignete Plätze sind rar. Wohin also mit dem Material von der Baustelle?

Einer, der sich diese Frage stellt, ist Unternehmer Hans Heiniger aus Uerkheim. «Die unnötig langen Transportwege für die Aushubentsorgung sollen der Vergangenheit angehören», sagt Rolf Zuberbühler von RZ Geokonzept, Bellikon. Er ist in die Planung, Koordination und Bewilligung verschiedener Deponien im Kanton involviert – unter anderem im Auftrag von Hans Heiniger. Auf Initiative des Uerkner Unternehmers hat sich eine Arbeitsgemeinschaft gebildet, die zum Ziel hat, einen Standort für eine Deponie in der Region zu finden.

Der Regionalverband aargauSüd impuls hatte Heinigers Anliegen aufgenommen und eine Arbeitsgruppe – in der auch ein Vertreter des Kantons einsitzt – gebildet, die die Fachplaner im Evaluationsverfahren unterstützte. «Es ist unsere politische Aufgabe als Planungsverband, die Gemeinden auf das Problem aufmerksam zu machen», sagt Herbert Huber, Geschäftsführer von aargauSüd impuls, auf Anfrage. Rund 30 Standorte im Wynen- und Ruedertal wurden von der Arbeitsgruppe genauer unter die Lupe genommen. Vier davon haben sich gemäss Fachplaner Zuberbühler anhand der vordefinierten Kriterien als besonders geeignet erwiesen. Sie liegen in Oberkulm, Unterkulm, Teufenthal und Schmiedrued.

Gemeinden sehen keinen Bedarf

Doch wie in der Mitteilung des Regionaplanungsverbands erwähnt, haben die vier Gemeinden kein Interesse an einer Fortführung der Abklärungen. «Die Gemeinden sehen keinen Bedarf und für sie überwiegen die Nachteile gegenüber den finanziellen Anreizen», so Herbert Huber. «Der Vorstand von aargauSüd impuls akzeptiert die Begründungen der Gemeinderäte und unterstützt deren Entscheid.» Der Regionalplanungsverband werde sich deshalb in dieser Angelegenheit nicht weiter engagieren.

Nicht abgeschlossen ist das Unterfangen für Fachplaner Rolf Zuberbühler und seine Auftraggeber für die Region aargauSüd. «Wir werden weiter nach möglichen Deponie-Standorten im Marktgebiet Wynental Aussschau halten und direkt mit den Gemeinden in Kontakt treten», so Zuberbühler. Neben der Standortgemeinde mit etwa 100 000 Franken pro Jahr würden auch die Grundeigentümer entschädigt. Dennoch ist der Weg lang. Das zeigt das Beispiel der Standortsuche im Fricktal, wo die Planungen für mögliche Standorte für Aushubdeponien auf erheblichen Widerstand stossen. «Grundsätzlich geht es darum, in der Bevölkerung das Verständnis für die Aushubentsorgung zu verankern», sagt Zuberbühler. Im Zentrum stehe der eigene regionale Aushub.