Die Nachrichten häufen sich: Immer mehr Flüchtlinge gelangen in die Schweiz, es werden dringend Unterkünfte gesucht. Die Gemeinde Schmiedrued-Walde wollte helfen. «Wir wollten ein Zeichen setzen und helfen, um diese Not wenigstens ein bisschen zu lindern», sagt Marliese Loosli, Gemeindeammann von Schmiedrued.

Denn in der Gemeinde gäbe es noch freie Ressourcen. Konkret heisst das, dass der Gemeinderat die Idee hatte, in einer freien Wohnung eine syrische Flüchtlingsfamilie mit Kindern im Vorschulalter aufzunehmen. «Vielleicht gelingt die Integration besser, wenn die Kinder noch kleiner sind», sagt Marliese Loosli. Denn Kindergarten und Primarschule gibt es in der Gemeinde, die Oberstufe befindet sich in Schöftland.

Nachdem der Gemeinderat diesen Beschluss gefasst hatte, nahm er mit dem Kanton Kontakt auf. «Die Bedingung des Gemeinderates gegenüber dem Kanton war jedoch, dass die Betreuung der Flüchtlingsfamilie durch den Kantonalen Sozialdienst organisiert und sichergestellt wird», sagt Loosli. Die Gemeinde bekam vom Kanton eine Antwort mit zwei vorgeschlagenen Flüchtlingsfamilien. «Im E-Mail stand aber explizit, dass die Betreuung durch den Kantonalen Sozialdienst nicht gewährleistet ist», so Loosli.

Dies ist der vorläufig letzte Austausch zwischen dem Kanton und der Gemeinde. Denn für Marliese Loosli ist klar, dass die Gemeinde die Betreuung der Familie nicht übernehmen kann. Bereits leben in Schmiedrued vier Asylsuchende, drei müsste die Gemeinde laut kantonalem Verteilschlüssel aufnehmen. Die Gemeindeverwaltung kümmert sich um die Asylsuchenden. «Es ist schwierig, so die Asylsuchenden ausreichend zu betreuen», sagt Loosli. «Eine solche Betreuung geht über die Arbeitszeiten hinaus.» Zudem ist sie der Meinung, dass auch das entsprechende Know-how vorhanden sein muss, das Mitarbeiter des Kantonalen Sozialdienstes klar mitbringen würden.

Kanton versucht zu unterstützen

Balz Bruder, Kommunikationsleiter des Departements Gesundheit und Soziales, bestätigt, dass die Gemeinde diese Anforderung an den Kanton gestellt hatte. Man könne dieser jedoch in der jetzigen Situation nicht nachkommen.

Dafür gebe es einfache Gründe: «Wir verfügen angesichts der hohen Belastung bei der Unterbringung und Betreuung von Asylsuchenden derzeit nicht über die Ressourcen, einzelne Familien in einzelnen Wohnungen in einzelnen Gemeinden zu betreuen.» Die personellen Ressourcen seien momentan voll ausgereizt.

So werden die Asylsuchenden in den geschützten Operationsstellen der Spitäler beispielsweise durch eine externe Firma betreut. «Deshalb müssen wir Anfragen, wie sie die Gemeinde Schmiedrued gestellt hat, derzeit ablehnen.»

Das Departement sei jedoch froh um die Angebote und versuche, die Gemeinden bei der Betreuung zu unterstützen und zu beraten. «Wir würden es deshalb begrüssen, wenn Schmiedrued das Angebot aufrechterhalten und für die Betreuung verantwortlich zeichnen würde.»