Menziken
Gemeinde will ihr historisches Bürgerheim aus dem Jahr 1827 behalten

Das Bürgerheim soll für knapp eine Million Franken saniert werden. Im Haus wohnen Menschen mit besonderen Betreuungsbedürfnissen. Nicht alle Politvertreter sehen den Nutzen des Gemeindebetriebs.

Rahel Plüss
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Im Menziker Bürgerheim leben Menschen mit einer psychischen, physischen oder sozialen Beeinträchtigung.

Im Menziker Bürgerheim leben Menschen mit einer psychischen, physischen oder sozialen Beeinträchtigung.

Rahel Plüss

Der Menziker Gemeinderat will das Bürgerheim für 950 000 Franken sanieren. Er beantragt an der Gmeind vom 10. Juni den entsprechenden Kredit. Am Dienstag wurde das Sanierungsprojekt den Ortsparteien und Medien vorgestellt.

Dass das historische Gebäude aus dem Jahr 1827 renovationsbedürftig ist, wurde nicht infrage gestellt. Seitens der SVP und FDP wurden aber Stimmen laut, die die Notwendigkeit anzweifelten, als Gemeinde «ein solches Haus» betreiben zu müssen.

Im Menziker Bürgerheim leben heute Menschen, die nicht autonom wohnen können oder wollen und besondere Betreuungsbedürfnisse haben: Frauen und Männer mit einer psychischen, physischen oder sozialen Beeinträchtigung. Die 24 Einzelzimmer sind fast alle belegt. Das Haus ist gemäss Informationen von Vizeammann und Ressortchef Alfred Merz seit Ende 2014 wieder zu 95 Prozent ausgelastet und kann kostendeckend betrieben werden.

Weiterhin ein Gemeindebetrieb

Auf die Frage, ob es denn Aufgabe der Gemeinde sei, ein solches Haus anzubieten, sagt Merz: «Es ist Aufgabe der Gemeinde, für Leute da zu sein, die Hilfe brauchen.» Die Alternative wäre, diese Personen in privaten Einrichtungen unterzubringen. Für Gemeindeammann Annette Heuberger ist klar, solange das Haus kostendeckend ist – und dafür sprechen die Betriebszahlen der neuen Leitung unter neuem Konzept – ist es eine gute Sache, das Bürgerheim weiterhin als Gemeindebetrieb zu führen.

Eine Arbeitsgruppe habe nämlich in den vergangenen anderthalb Jahren verschiedene Betriebsformen verglichen und sei zum Schluss gekommen, dass die Gemeinde auf diese Weise am meisten und am direktesten Einfluss auf den Betrieb nehmen, schnelle Entscheide fällen und so das Finanzrisiko minimieren könne.

Verwalterhaus wird integriert

Geplant ist, dass sich nach der Sanierung noch 22 Zimmer, davon sieben Doppelzimmer, im Haupthaus befinden. 17 Zimmer sollen mit WC und Dusche ausgestattet werden, für fünf Zimmer ist nach wie vor die Benützung der Etageneinrichtung vorgesehen. Das ehemalige Verwalterhaus soll in den Gesamtbetrieb integriert und darin sechs weitere Zimmer eingerichtet werden. Damit stünden nach der Sanierung total 28 Zimmer zur Verfügung.

Ausserdem müsste das Verwalterhaus mit einer Brandmeldeanlage, neuen Elektroinstallationen, neuen Vinylböden und Fenstern versehen werden. Auch das Dach bedarf einer Sanierung.

Stimmt die Gemeindeversammlung dem Begehren zu, kann im kommenden Herbst mit den Sanierungsarbeiten begonnen werden. Es ist geplant, zuerst das Verwalterhaus umzubauen, damit die Bewohner vorübergehend dort einziehen können, während ihr Zimmer im Haupthaus renoviert wird. Alfred Merz schätzt, dass die Bauarbeiten ungefähr ein Jahr in Anspruch nehmen.

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