Reinach
Gemeinde will bestehenden Steuerfuss noch beibehalten

Das Budget 2016 rechnet mit einem Defizit. Trotzdem will man mit einer Steuerfusserhöhung zuwarten.

Rahel Plüss
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Die Steuerkraft pro Einwohner ist in Reinach verglichen mit dem kantonalen Durchschnitt schwach.

Die Steuerkraft pro Einwohner ist in Reinach verglichen mit dem kantonalen Durchschnitt schwach.

Chris Iseli/AZ

In Reinach ist es finanziell eng. Die Steuerkraft pro Einwohner ist verglichen mit dem kantonalen Durchschnitt schwach. Das zeigen die Zahlen von 2014: In Reinach lag der Betrag bei 1761 Franken, das Kantonsmittel bei 2642 Franken. Das ist auch 2016 nicht anders zu erwarten. Trotzdem will man am bisherigen Steuerfuss von 119 Prozent festhalten, wie Gemeindeammann Martin Heiz an der Partei- und Medieninformation am Montagabend ausführte. Der Voranschlag gehe bei einem Aufwand und Ertrag von knapp 34,9 Mio. Franken zwar von einem Aufwandüberschuss in der Höhe von gut 200 000 Franken aus, im Vergleich zu den «Lottoposten», also zu den nur schwer abschätzbaren Positionen wie den Steuereinnahmen auf der einen und den Ausgaben im Sozialbereich auf der anderen Seite, sei dieser Aufwandüberschuss aber vertretbar.

«Angesichts unseres Bilanzreservepostens von 4,9 Millionen Franken haben wir die Möglichkeit, dieses kleine Defizit problemlos zu überbrücken», so Heiz. Weiter wolle man mit einer eventuellen Steuerfusserhöhung zuwarten, bis sich zeige, welche Auswirkungen der neue Finanz- und Lastenausgleich auf die Gemeinde habe. «Wenn das Paket im Grossen Rat so durchkommt, wie es im Moment geschnürt ist, wird es für uns in Zukunft besser sein als jetzt.» Im 2016 beträgt der Betrag für Reinach gut 2,5 Mio. Franken.

Der Voranschlag 2016 geht von Nettoinvestitionen in der Höhe von 3,59 Mio. Franken (ohne Eigenwirtschaftsbetriebe) aus. Die Eigenfinanzierung liegt bei 921 000 Franken, es resultiert ein Finanzierungsfehlbetrag von 2,67 Mio. Franken. Grössere Investitionsvorhaben sind der Bau des Pfrundmattschulhauses II (Anteil 2016: 2 Mio. Franken) sowie Ausgaben für Kantons- (871 000 Franken) und Gemeindestrassen (600 000 Franken). Für die Soziale Sicherheit sind Nettoausgaben in der Höhe von 4,6 Millionen Franken budgetiert, für die Bildung 8,5 Millionen.

Auf der Einnahmenseite sind im Voranschlag 2016 Steuern von total 16 960 500 Franken budgetiert. «Die aktuellen Zahlen zeigen aber, dass wir bei den Aktiensteuern etwas zu optimistisch waren», sagt Martin Heiz. Der budgetierte Betrag von 1,25 Millionen Franken bei den juristischen Personen werde wohl nicht erreicht. Auch könne im 2016 kaum auf einen «Lottogewinn» in Form einer Grundstückgewinnsteuer von mehr als einer halben Million Franken gehofft werden, wie er der Gemeinde 2014 beschert worden sei. Hingegen sei mit gleichbleibenden Steuereinnahmen von rund 15 Millionen Franken bei natürlichen Personen zu rechnen.

Die langfristigen Schulden werden im Rahmen des Budgets 2016 auf 23 Millionen Franken geschätzt, die kurzfristigen auf 2 Millionen. Die mutmassliche Nettoschuld per Ende 2016 beträgt pro Einwohner 2078 Franken.

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