Oberkulm
Gemeinde verhängt Baustopp: WSB bekommt Vortritt – Immobilienprojekt hat das Nachsehen

Oberkulm bekommt einen neuen Bahnhof. Die Gemeinde hat beschlossen, rund um den geplanten Bahnhof gleich sechs Parzellen mit einer Planungszone zu belegen. Dies legt die geplante Wohn-Überbauung vorerst lahm.

Michael Küng
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Eigentlich sollte hier eine neue Überbauung entstehen – doch die Gemeinde stoppt das Projekt bis auf weiteres.

Eigentlich sollte hier eine neue Überbauung entstehen – doch die Gemeinde stoppt das Projekt bis auf weiteres.

Michael Küng

Ende Sommer, Anfang Herbst soll es soweit sein. Dann kann die WSB (Aargau Verkehr) aller Voraussicht nach mit den Arbeiten am neuen Bahnhof von Oberkulm beginnen. 18 Millionen Franken wird sie ihn sich kosten lassen.

Er ersetzt die zwei bestehenden Bahnhöfe Oberkulm und Oberkulm Post und wird dank seiner Grösse auch 125 Meter lange Züge aufnehmen können. Das ist in Oberkulm aktuell nicht möglich, die bestehenden Haltestellen werden den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht, auch im Bezug auf die Barrierefreiheit.

Bahnhof als neuer Treffpunkt

Mit dem gegen Ende 2020 fertiggestellten Bahnhof erhofft sich die Gemeinde auch, einen neuen Treffpunkt schaffen zu können. Gleich dahinter entstehen neue Wohn-Überbauungen und der Volg ist nur 200 Meter entfernt. Gute Voraussetzungen also. Doch die Überbauungen müssen warten. Denn die Gemeinde hat beschlossen, rund um den geplanten Bahnhof gleich sechs Parzellen mit einer Planungszone zu belegen. Sie wird mit der öffentlichen Auflage ab dem 10. Juni wirksam und dauert maximal fünf Jahre.

«Mit der Planungszone wollen wir eine optimale Durchwegung für den Langsamverkehr sicherstellen», sagt die zuständige Gemeinderätin Denise Geiser. Es solle sichergestellt werden, dass die verschiedenen Vorhaben gut ineinandergreifen und die Erschliessung gut organisiert werden kann. «Und dass niemand ein Einfamilienhaus abreissen und etwas Neues bauen kann», so Geiser. Betroffen sind drei Einfamilienhäuser, ein Bauprojekt auf der Grünfläche zwischen Gleis und Rotkornstrasse und die Quartierstrasse selbst. «Es ist klar, dass wir niemandem im Weg stehen werden, der etwa ein neues Dachfenster machen will», sagt Geiser. Doch Steine in den Weg gelegt hat die Gemeinde dafür dem Immobilienunternehmen MJ Immobilien aus Oberkirch bei Sursee. Es gehört einem Baumeister und seiner Frau. Sie haben direkt hinter dem geplanten Bahnhof eine Wohn-Überbauung ausgesteckt – die ist nun bis auf weiteres gestoppt. «Der Bauherr ist sehr kooperativ», sagt Geiser. Er habe die Ausnützungsziffer bis aufs Äusserste ausgereizt, was eine sorgfältige Planung der Erschliessung noch wichtiger mache. Doch wieso kann diese nicht auf dem Reissbrett geplant werden? «Wir wissen noch nicht genau, wie alles aussehen wird und sind deshalb vorsichtig», so Geiser.

Die Verhängung einer Planungszone ist eine ungewöhnlich drastische Massnahme. Wie lange sie bestehen bleibt, kann Geiser nicht sagen. «Das sehen wir dann, wenn es weiter geht.»

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