Reinach
Gemeinde setzt sich für Landi durch

Der Reinacher Gemeinderat will, dass die Landi im Industriegebiet bauen kann. Der Kanton lehnte dies aber ab. Jetzt ist eine Lösung in Sicht.

Peter Siegrist
Drucken
Teilen
Industriegelände

Industriegelände

Schweiz am Sonntag

Die Gemeinde Reinach und der Kanton haben verschiedene Vorstellungen, wie die heutige Industriezone im Norden Reinachs weiter entwickelt werden soll. Im kantonalen Richtplan sieht die Regierung für das nördliche Gebiet von Reinach Betriebe mit «produzierender und verarbeitender Nutzung» vor. Also Fabriken und weder Dienstleister oder Fachmärkte. Eine Nutzung mit «hohem Personenverkehr» soll nicht möglich sein.

Behörde wehrt sich

Die Reinacher Behörde wehrt sich gegen diese Einschränkungen im kantonalen Richtplan. Sie möchte der Fenaco aus Sursee ermöglichen, angrenzend an die Fabriken der Alu Menziken, einen Landi-Markt mit Tankstellenshop zu bauen.

Entwicklungsgebiet

Am Nordrand Reinach liegt das Industriegebiet. Nebst der Alu Menziken haben sich hier verschiedene KMU-Betriebe und der regionale Recyclinghof angesiedelt. Im aargauischen Richtplan hat die Regierung 26 wirtschaftliche Entwicklungsschwerpunkte definiert. Neue Fabriken und Fachmärkte sollen nicht mehr auf der grünen Wiese gebaut werden. Für Reinachs Industriezone sieht die Regierung Fabriken vor. (psi)

Die Reinacher Behörde wollte das Baugesuch bewilligen, der Kanton jedoch blockte ab. Denn am 22. Juni dieses Jahres hat der Grosse Rat die Richtplananpassung «Umsetzung der Agglomerationsprogramme Verkehr und Siedlung» verabschiedet. Darin wurden für Standorte mit mittelgrosser Verkaufsnutzung neue Planungsvorgaben festgelegt. Mit mittelgross bezeichnen die kantonalen Planer eine Nettoladenfläche zwischen 500 und 3000 Quadratmeter Fläche. Neue Standorte müssen künftig in der Nutzungsplanung ausdrücklich bezeichnet werden. Aufgrund dieser Vorgaben bewilligte der Kanton den Bau eines Landi- Markte nicht.

In der heutigen Situation in der Industriezone im Norden Reinachs ist noch viel Landreserve vorhanden für verschiedene Nutzungen. Zwei grosse Verkaufsläden sind bereits in Betrieb. Östlich der Kantonsstrasse (Standort A) steht der Coop-Bau-und-Hobby- Markt, westlich der Strasse (Standort B) hat die Aldi Suisse einen Laden gebaut.

Beide Gebiete sind von der Hauptstrasse her verkehrstechnisch gut erschlossen. Gegenwärtig ist zur Verbesserung der Verkehrssituation beim Abzweigen im Gebiet Eien, zwischen Coop und Aldi, ein Kreisel im Bau. Für diese beiden Standorte hat der Souverän 2005 bestimmt, dass Ladengeschäfte bis zu einer Verkaufsfläche von 1000 Quadratmetern für Güter des täglichen Gebrauchs möglich sind.

Neue Verhandlungen

In neuen Verhandlungen haben die Reinacher vorgeschlagen, zwischen Aluminium und Aldi einen Standort C auszuscheiden. Hier soll eine Nettoladenfläche bis zu 2500 Quadratmetern zulässig sein, allerdings nicht uneingeschränkt. Die Fläche ist zugelassen für Güter «des aperiodischen Bedarfs.» Für Waren des täglichen Bedarfs dürfen höchstens 500 Quadratmeter Fläche disponiert werden, wobei die Innenfläche noch auf 300 Quadratmeter limitiert ist. Für Lanz sind mit diesen Einschränkungen die Bedingungen für einen Landi-Markt erfüllt. Er weist darauf hin, dass die Erschliessung für den Verkehr via Kreisel und via Griensammlerstrasse für beide Standorte gut gelöst sei.

Der Abteilung Raumentwicklung des Departements Bau, Verkehr und Umwelt lenkte ein und hat dieser Änderung im Vorprüfungsverfahren zugestimmt. Das letzte Wort haben die Rein acher Stimmbürger, wenn sie am 24. November über die Teilrevi sion der Nutzungsplanung und der Änderung der Bauordnung abstimmen.

Update