Holziken

Gemeinde ruft die Reiter dazu auf: «Bitte lesen Sie die Rossbollen auf!»

Die meisten Reiter steigen in der Obermatt vom Pferd und lesen die Pferdeäpfel auf.

Die meisten Reiter steigen in der Obermatt vom Pferd und lesen die Pferdeäpfel auf.

Die Gebotsschilder in der Obermatt in Holziken haben sich bewährt. Die meisten Reiter lesen die Rossbollen nun auf. Trotzdem macht die Gemeinde erneut auf das Thema aufmerksam.

Noch hat niemand einen Robidog für Pferde erfunden, der die dampfenden Rossbollen direkt auffängt.

Zum Leidwesen jedes Reiters – für ihn gibts drei Varianten, um den Mist von den öffentlichen Strassen zu beseitigen: Er steigt ab und «schüfelet» die Rossbollen mit dem Stiefel zur Seite oder er sammelt sie nach dem Ausritt zusammen. Oder er ignoriert das Ganze einfach.

Letzteres kommt in Holziken schlecht an. Seit zwei Jahren stehen in der Obermatt Gebotsschilder, auf denen Reiter ermahnt werden, den Pferdemist ihrer Tiere zu entfernen.

Nach Robidog: Oberwil-Lieli kämpft mit Schaufeln gegen Pferdeäpfel.

Ein Beispiel aus einer anderen Gemeinde: Oberwil-Lieli kämpft mit Schaufeln gegen Pferdeäpfel.

Das war bitter nötig, denn es gibt immer mehr Reiter in diesem Gebiet und demzufolge mehr Pferdemist. Daran stossen sich jedoch Spaziergänger und Velofahrer.

«Seit die Gebotsschilder stehen, hat sich die Situation gebessert, sagt Gemeindeammann Peter Lüscher.

«Natürlich gibt es immer wieder schwarze Schafe. Die Sturen, die bis jetzt den Mist nie aufgelesen haben, werden es auch in den nächsten 15 Jahren nicht tun.»

Es gebe Zeiten, da habe es weniger Bollen auf den Strassen, dann wiederum häuften sich diese. Regelmässig weist die Gemeinde auf die Kotaufnahmepflicht für Pferde- wie auch Hundehalter hin.

Auch im jüngsten Mitteilungsblatt der Gemeinde war diesem Thema ein kurzes Kapitel gewidmet.

Das sei keine Schikane, sondern eine Erinnerung, so Lüscher, und könne mit dem Aufruf für den Bezug von Hundemarken verglichen werden. «Damit machen wir die Besitzer ja auch nur auf ihre Pflicht aufmerksam.»

Schlechtes Gewissen bei Reitern

Mit den Gebotsschildern will die Gemeinde Holziken das Selbstverständnis der Reiter wecken. «Eine Massnahme bewirkt Veränderungen, sagt der Ammann. «Jetzt reden wir noch darüber, dass es keine Bollen auf den Strassen haben soll. In einigen Jahren wird dies ganz normal sein.»

Kürzlich habe er beobachtet, wie ein Reiter von jemandem konfrontiert worden sei, weil dieser die Bollen seines Pferdes nicht aufgelesen habe.

Peter Lüscher erwähnt ein anderes Beispiel: Seine Tochter ist Reiterin, und für sie ist es selbstverständlich, den Mist zu entfernen. «Sie verliert kein Wort darüber, weil sie so erzogen worden ist.»

Bei den Hundebesitzern gehört das Kotsäckli längst zum Spaziergang. Der Druck auf die Hundebesitzer sei so gross geworden, dass sie – liessen sie den Kot mal liegen und es jemand sehen würde – ein schlechtes Gewissen bekämen, meint Lüscher. «Dasselbe muss bei den Rösselern passieren.»

Verrichtet ein Pferd ein Geschäft, steigen die meisten Reiter ab und stossen das Häufchen an den Strassenrand. Dabei beobachtet Peter Lüscher Lustiges: «Einige Reiter steigen nicht mehr aufs Pferd, sondern gehen zu Fuss neben ihm her. Da sieht man sofort, dass sie ohne Hilfe nicht hochkommen.»

Eine andere Frau hatte es komfortabel. Mistete ihr Pferd, fuhr ihr Freund nach dem Ritt mit dem Velo zur Stelle und führte die Bollen weg.

«Einige Reiter fahren auch mit dem Auto die Strecke ab, um die Äpfel einzusammeln», sagt Lüscher. Doch diese Methode sei nicht so beliebt. «Danach stinkt das ganze Fahrzeug.»

Im Wald störts niemanden

Es gibt auch Reiter, die ziehen mit ihren Pferden aus Holziken weg und suchen sich einen Pensionsplatz, der näher am Wald liegt. «So müssen sie nicht lange auf den Strassen reiten und keine Bollen auflesen.»

Auf den Waldstrassen können diese ruhig liegen bleiben, dort stören sie niemanden. Auch in Holziken gebe es im Wald keine Aufnahmepflicht für Pferdemist, sagt Lüscher.

«Auf den Naturstrassen zersetzen sich die Pferdeäpfel viel schneller als sonst wo.» Zudem scheint sich dort niemand an den Bollen zu stören.

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