Die Kreisschule Oberstufe Oberes Suhrental (KOOS) bekommt die Sparschraube des Kantons Aargau knallhart zu spüren. Weil der Grosse Rat die Mindestschülerzahl für die Sekundarschule von 13 auf 15 und die für die Realschule von 11 auf 13 anhob, fehlt es der KOOS an Schülern. Deshalb erreicht sie die vom Gesetz für ein Oberstufenzentrum vorgeschriebenen sechs Abteilungen nicht mehr, um weiterexistieren zu können. Somit ist sie zum Handeln gezwungen, denn die Schule an den beiden Standorten in Reitnau und Staffelbach existiert nur noch dank einer Ausnahmebewilligung. Präsentiert die KOOS bis Ende Jahr keine vertragsfertige Lösung, droht die Schliessung.

Eine Arbeitsgruppe bestehend aus Vertretern aller Gemeinden des oberen Suhrentals und Schöftland sowie Experten der Fachhochschule Nordwestschweiz suchten für die Sekundar- und die Realschule nach neuen Lösungen. Im Zentrum stand der Grundsatz: «Eine gute Schule für alle und keine neuen Bauten.»

Erst bauen, dann umziehen

Nun präsentiert der Kreisschulrat der KOOS, unter dem Vorsitz von Katrin Burgherr (Reitnau), die angestrebte Lösung: «Wir schliessen uns der Schule Schöftland an und hoffen, dass sich für die Sekundarschule ein Aussenstandort in Reitnau oder Staffelbach realisieren lässt.» Schöftland kann die Schüler allerdings erst nach Abschluss der Bauarbeiten am neuen Schulzentrum aufnehmen, da die Schule Schöftland derzeit selbst nicht über Raumreserven verfügt. Die Integration der KOOS ist deshalb erst für das Schuljahr 2020/21 geplant. «Wir wollen gemeinsam eine starke Schule», sagt Schöftlands zuständige Gemeinderätin Anja Gestmann. «Die Umsetzung ist beschlossene Sache.»

Nun gilt es für beide Parteien, möglichst schnell das Vertragswesen unter Dach und Fach zu bringen. «Nur so erhalten wir eine weitere Sonderbewilligung für die kommenden Jahre», weiss Katrin Burgherr. «Nach Abschluss der Bauarbeiten in Schöftland erfolgt die Integration der Sek- und Real-Stufen so rasch wie möglich», sagt Anja Gestmann.

Die neuen Schulverträge zwischen der KOOS und der Schule Schöftland müssen von den Gemeindeversammlungen noch abgesegnet werden.

Primarschulverlust wäre hart

Die Arbeitsgruppe hat alle möglichen Ideen geprüft. Auch eine Zusammenlegung der Standorte Reitnau und Staffelbach wurde in Betracht gezogen. Diese Idee fand beim Kanton aber keinen Anklang. «Die Zusammenarbeit mit Schöftland macht am meisten Sinn», ist Max Hauri, Gemeindeammann von Staffelbach und Mitglied des Kreisschulrates, überzeugt. «Die andern Schulen liegen in weiter entfernten Tälern oder im Kanton Luzern.»

Natürlich hätte auch er gerne die Oberstufe in seiner Gemeinde behalten, vor allem, da in Staffelbach zurzeit rege gebaut wird und aus den über 100 Wohnungen auch neue Schüler zu erwarten sind. «Richtig hart treffen würde es uns, wenn wir auch die Primarschule verlieren würden», sagt Max Hauri. «Mit Schöftland zusammen soll nun etwas Dauerhaftes entstehen.» Beide Seiten legen grossen Wert darauf, dass alle Schüler, egal aus welchem Dorf, die Schule Schöftland als die ihrige ansehen. Schliesslich hätten alle Beteiligten eine «für alle Seiten gute Lösung angestrebt».

Um Unsicherheiten aus dem Weg zu räumen: Schüler, die nach den kommenden Sommerferien in die KOOS kommen, können diese dort zu Ende bringen. Von der Zusammenlegung der beiden Schulen betroffen sind erst Schüler, die nach den Sommerferien in die 4. Klasse kommen. Diese werden die Ersten sein, welche die Oberstufe der neuen gemeinsamen Schule besuchen. «An die gemeinsame Schule möchten wir auch so viele KOOS-Lehrpersonen mitnehmen wie möglich», wünscht Katrin Burgherr. «Die Zusammenlegung der Schulen hat nämlich nichts mit der Qualität der KOOS zu tun, diese erhielt in der Vergangenheit regelmässig gute Noten.» Die Infos an die vom Zusammengehen der Schulen betroffenen Eltern erfolgen an den nächsten Elternabenden.