Schöftland
Gemeinde kauft ehemaliges Chäsigebäude

Die Käsereigenossenschaft Schöftland-Hoziken hat die Liegenschaft mitten im Zentrum für 700 000 Franken verkauft

Barbara Vogt
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Die Käsereigenossenschaft Schöftland-Holziken löst sich nach 170 Jahren auf. Deshalb braucht sie auch das Käsereigebäude nicht mehr. Im Frühling machten sich die verbliebenen Landwirte auf die Suche nach einem Käufer und fanden eine Käuferin: die Gemeinde Schöftland. Sie kaufte das Gebäude für 700000 Franken, was in der Kompetenzsumme des Gemeinderates liegt und deshalb nicht von der Gemeindeversammlung entschieden werden muss. Der Kaufvertrag wurde bereits unterzeichnet; der Besitzantritt erfolgt Anfang Januar 2011.

«Wir waren schon länger am Ball mit der Käsereigenossenschaft», sagt Gemeindeschreiber Rudolf Maurer. Die Liegenschaft wäre für die Gemeinde halb so interessant, würde sie nicht auf drei Seiten an die bestehende Schulanlage und Bibliothek grenzen.

«Das Chäsiareal dient als Arrondierung des Schulareals», so Maurer. «Unsere Schulraumabklärungen laufen stetig, für die Zukunft brauchen wir Reserven.» Maurer macht auch kein Geheimnis daraus, dass die Chäsi irgendeinmal durch ein neues Schulhaus ersetzt wird. «Die Gemeinde interessiert sich vorwiegend für das Land. »

Mieter bleiben

Doch vorerst bleibt alles beim Alten: Die jetzigen Mieter bleiben im Gebäude wohnen. Man werde lediglich die bestehenden Mietzinse überprüfen, so der Gemeindeschreiber.

Die ehemalige Chäserfamilie bewohnt die 51⁄2-Zimmer-Wohnung im Obergeschoss der Käserei; im Parterre hat sich ein Fastfood-Betreiber eingemietet. Auch lagert der Schöftler Club 10 seine Sachen im Haus. Bis im kommenden April räumen die Landwirte die Räume, in denen früher die Milch abgenommen und Käse produziert wurde. Natürlich ist die Gemeinde interessiert, diesen Trakt zu vermieten.

Fahrt in die Chäsi zu viel gewesen

Bis vor kurzem lieferten noch sieben Bauern aus Schöftland, Holziken, Schlossrued und gar Unterkulm ihre Milch in die Schöftler Käserei. Dann wurde die Milchannahmestelle durch die Hofabfuhr ersetzt. Laut Hans Müller, Präsident der Käsereigenossenschaft Schöftland-Holziken, sei den Landwirten die zum Teil lange Fahrt zur Milchannahmestelle zu viel gewesen. «Das war alles andere als wirtschaftlich.»