Attelwil muss eine asylsuchende Person aufnehmen – oder Ersatzabgaben leisten. So gibt es der Kanton vor. Trotz intensiver Suche sei es der Gemeinde nicht gelungen, im Dorf eine freie Wohnung für Asylsuchende zu finden, sagt Gemeindeschreiber Hans Günter Seibert. Nun hat man sich mit Staffelbach zusammengetan. Die Gemeinderäte der beiden Dörfer haben einen Gemeindevertrag im Bezug auf die Zusammenarbeit bei der Unterbringung von Asylsuchenden abgeschlossen. Die beiden Vertragsparteien haben vereinbart, dass die von der Einwohnergemeinde Attelwil aufzunehmende Person dem derzeit überzählig erfüllten Aufnahmekontingent der Einwohnergemeinde Staffelbach angerechnet wird. Dies gegen eine pauschale Verwaltungsentschädigung.

«Es kann ja nicht sein, dass Attelwil den vollen Profit und Staffelbach den logistischen Aufwand hat», sagt Seibert. Den ausgehandelten Betrag will er aber nicht nennen, handle es sich doch um eine Annahme, die in Zukunft überprüft und angepasst werden müsse. Der Vertrag enthält eine Gewährung von Gegenrecht zu gleichen Konditionen. «Der Vertrag darf sich natürlich für keine der beiden Gemeinden negativ auswirken», so Seibert. Mit anderen Worten: Die Abmachung gilt auf Zusehen hin. Sollte sich die Situation im Asylwesen oder beim Aufnahmekontingent ändern, «muss man wieder über die Bücher.»

Attelwil und Staffelbach sind nicht die einzigen Aargauer Gemeinden, die sich im Bezug auf die Unterbringung von Asylsuchenden zusammengetan haben. Wie viele es sind, ist nicht bekannt. Eine entsprechende Erhebung werde per Ende März gemacht, heisst es beim Departement Hochuli auf Anfrage. (rap)