Aarburg

Gemeinde bleibt hart: Keine Sterne aus Glas auf dem Grabstein

Die Sterne bleiben, aber nicht aus Glas, sondern aus Alabaster.

Die Sterne bleiben, aber nicht aus Glas, sondern aus Alabaster.

Für den Gemeinderat ist die Sache mit dem Glassternegrabstein erledigt: Er erteilt definitiv keine Sonderbewilligung. Die Witwe hält an ihrem Wunsch fest. Jetzt soll es drei Alabastersterne für das Grab ihres verstorbenen Ehemannes geben.

Der Gemeinderat von Aarburg bleibt hart. Er erteilt keine Ausnahmebewilligung für den Glassternegrabstein. «Es gibt keinen Grund, eine Ausnahme zu machen», sagte der ressortverantwortliche Gemeinderat Rolf Walser bereits am 11. Juli im Schweizer Fernsehen. «Dies, weil wir nie Ausnahmebewilligungen gemacht haben in den letzten Jahren.»

Trotzdem kommt Rolf Walser der trauernden Witwe entgegen und trifft sie und den Steinbildhauer Fritz Scheidegger am vergangenen Dienstag zu einem Gespräch unter sechs Augen. Dem Ersten, seit der Fall vor mehr als neun Monaten ins Rollen kam. Walser bringt Blumen mit. Das Trio spricht sich aus und sucht eine schnelle Lösung.

«Ich möchte Sterne auf dem Grabstein haben», sagt die junge Witwe, die ihren Mann und Vater ihres fünfjährigen Sohnes vor mehr als einem Jahr verloren hat. Der Steinbildhauer schlägt eine Lösung mit Sternen aus Alabaster (eine Art Speckstein) vor. Rolf Walser nimmt noch vor Ort Rücksprache mit der Bauverwaltung. Diese gibt grünes Licht und bewilligt den Einbau des Grabsteins mit Alabastersternen auf dem Friedhof unbürokratisch. Die junge Witwe und ihr kleiner Sohn sind froh, dass es nun vorwärtsgeht und der Grabstein in zwei bis drei Wochen auf dem Friedhof stehen wird. «Ich fand es schön, dass Rolf Walser persönlich vorbeikam, auch wenn mir bewusst war, dass er mir den Wunsch der Glassterne nicht erfüllen wird.»

Ausser Spesen nichts gewesen?

Obwohl der Steinbildhauer und die junge Witwe ihre Vorstellungen nicht umsetzen konnten und es auch nicht zum angestrebten Kompromiss kam, sind sie der Meinung, etwas bewirkt zu haben. «Es gab Reaktionen aus der ganzen Schweiz», sagt Steinbildhauer Fritz Scheidegger. «Einige Gemeinden beschäftigen sich aufgrund dieses Falls mit ihrem teils veralteten Friedhofreglement.» Er wünscht sich, dass bei der Überarbeitung der Richtlinien nicht plötzlich alles möglich wird, «aber eine gewisse Öffnung wäre an vielen Orten längst angebracht.» Ob Aarburg das auch so sieht, wird sich zeigen.

Geschmerzt hat die Witwe und den Steinbildhauer die Tatsache, dass auch in Aarburg in den letzten Jahren Ausnahmebewilligungen erteilt wurden, obwohl sie laut Reglement verboten wären. «Es gibt mehrere Grabsteine mit Fotografien, und die sind nicht zugelassen ...»

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