Reinach
Geistiges Futter im alten Fitnessraum

Aus drei mach eins: In Reinach wurde aus drei kleinen eine 160 Quadratmeter grosse Bibliothek für Erwachsene und Oberstufenschüler. Vizeammann Bruno Rudolf hofft, dass jetzt die Kundenkartei explodiert.

Peter Weingartner
Merken
Drucken
Teilen
Das Bibliotheksteam (v.l.) mit Lotti Haller, Heidi Morgenthaler, Susanne Hirt (neu im Team) und Theres Haller.

Das Bibliotheksteam (v.l.) mit Lotti Haller, Heidi Morgenthaler, Susanne Hirt (neu im Team) und Theres Haller.

Peter Weingartner

Der Chlötzlikeller in der Unterwelt des Neumattschulhauses hat schon viel erlebt. Gianin Müller, Stufenleiter Bezirksschule, erinnert sich an der Eröffnungsfeier am Samstag an den ursprünglichen Bodenbelag: Chlötzli eben. Zuletzt diente der Keller der Primarschule als Werkraum, vorher war er Lagerraum für den Hauswart, Notschulzimmer, Festraum für Kadettenkader und vor allem Fitnessraum.

Kredit sollte ausreichen

Für Fitness anderer Art, im Kopf nämlich, soll die neue Bibliothek sorgen. «Ich hoffe, dass die Kundenkartei explodiert», sagte Vizeammann Bruno Rudolf an der Eröffnung. Die Vereinigung der beiden Oberstufenbibliotheken und der Gemeindebibliothek verspricht Synergien, zumal es nun ein gemeinsames Bibliothekssystem gibt, das die Online-Nutzung ermöglicht: Man kann in Zukunft von zu Hause aus die Ausleihdauer verlängern und einen Blick in den Medien-Bestand werfen. Der gesprochene Kredit von 150 000 Franken für die neue Bibliothek sollte gemäss Rudolf ausreichen.

Jasmin Leuze, Bibliotheksbeauftragte des Kantons Aargau, brachte nicht nur echte Blumen mit, sie verteilte sie auch im übertragenen Sinne: «Das Tempo, mit dem innerhalb eines halben Jahres aus dreien eine Bibliothek wurde, ist beeindruckend.» Auch Barbara Walthard vom Schweizerischen Bibliotheksdienst habe «noch nie eine so effiziente Zusammenarbeit mit einer Gemeindeverwaltung erlebt».

Gegensteuer geben

Mit dem Werk seien die Weichen für eine zukunftsfähige Bibliothek gestellt, sagte Leuze. Wichtigstes Handlungsfeld sei die Leseförderung, denn die Leseleistungen der Abschlussklässler hätten deutlich abgenommen. Mit der Schweizer Erzählnacht und dem regionalen Projekt «Erzähltal» versuche man, Gegensteuer zu geben.

Die Bibliothek in der Unterwelt wirkt freundlich, anmächelig, hell, obwohl wenig Tageslicht in den Raum fällt. Sie soll mit ihrer Aufenthaltsqualität zu einem Raum der Begegnung werden und eine kreative Freizeitgestaltung, Unterhaltung und Wissensvermittlung ermöglichen.

«Ich habe Freude am kulturellen Chlötzlikeller», sagte Gemeindeammann Martin Heiz. Für die Kleinsten gibt es einen «Raum im Raum». Da kann man Bilderbücher anschauen, aber auch CDs von Globi bis Bardill stehen zur Ausleihe bereit. Den Eröffnungsanlass bereicherte die Musikschülerin Dana Moser mit Klaviermusik.

Erweiterte Öffnungszeiten: Ab dem 1. Dezember ist die Bibliothek an fünf Tagen offen, was eine Vervierfachung der Öffnungszeiten bedeutet: Dienstag 15 bis 17.30 Uhr, Mittwoch 10 bis 12 Uhr, Donnerstag 15 bis 17.30 Uhr, Freitag 17.30 bis 20 Uhr und Samstag 10 bis 12 Uhr.