Oberkulm

Geisslein Lotti wird im Garten von Hund brutal attackiert – zum zweiten Mal vom gleichen

Aus dem Nichts wurde in Oberkulm die Zwergziege Lotti von einem schwarzen Hund brutal an der Gurgel gepackt. Das war nicht das erste Mal, dass er das Geisslein angriff.

Der Schock sitzt noch tief: Vor zwei Tagen wurde das Geisslein Lotti (10) im Garten der Familie Fuchs in Oberkulm plötzlich von einem halbhohen schwarzen Aktita-Mischlingshund angegriffen und gleich an der Gurgel gepackt. „Wenn ein Tier so angreift, sind seine Absichten klar“, sagt Lottis Besitzer Reto Fuchs zur az.

Als es passierte, arbeitete er gerade in seinem Home-Office im Dachgeschoss. „Ich hörte unseren Hund bellen, dachte mir aber zuerst nichts dabei.“ Als er nach einem Hinweis aus der Nachbarschaft nachschauen geht, findet er die Zwergziege Lotti blutend vor, den schwarzen Hund geduckt daneben. Die Hundehalterin war ihrem ausgerissenen Hund 200 Meter nachgerannt und hatte gerade noch rechtzeitig das richtige Kommando gegeben. „Erstaunlicherweise hat er darauf gehört“, sagt Reto Fuchs.

Mit dem Feuerwehrbus – das einzige grössere Fahrzeug, das der Sportlehrer und Feuerwehrmann kurzfristig organisieren kann – fährt er Lotti zum Tierarzt. Dieser muss sechs bis sieben Bisswunden, Schrammen und Löcher behandeln. „Wir wissen noch nicht, wie tief die Löcher sind und ob auch Nerven verletzt wurden“, sagt Fuchs, der Lotti die nächsten Tage Antibiotika spritzen muss.

Die Hundehalterin aus der Oberkulmer Nachbarschaft kann sich laut Fuchs das Verhalten ihres Hundes nicht erklären. Sie könne für ihren Hund zu 99 Prozent die Hand ins Feuer legen. „Ein Tier bleibt aber ein Tier – man kann ihm einfach nicht vertrauen. Instinkte sind einfach zu stark“, sagt Fuchs, der nicht viel Verständnis für die Haltung der Hundebesitzerin hat. Ob er eine Anzeige machen wird, wisse er aber noch nicht. Er müsse das noch gut mit seiner Frau ausdiskutieren.

Lotti wurde nicht zum ersten Mal angegriffen. Letzten November sprang derselbe schwarze Hund über den halbelektrischen Zaun das Geisslein direkt an. „Damals packte er es am Hinterteil.“ Lotti musste schon damals zum Tierarzt, der Reto Fuchs zur Anzeige riet. Was er auch tat. „Aber wie viel bringt das?“, sagt Fuchs heute. Vermeiden konnte sie den kürzlichen Vorfall offenbar nicht.

Die Hundehalterin, die sich noch am Tag des Vorfalls, offenbar weinend, bei der Familie Fuchs entschuldigte, wird laut Fuchs sicher die Behandlungskosten übernehmen. „Wir sind mit ihr in Kontakt.“ Alles wird sie damit aber nicht so schnell wieder gut machen können. „Lotti ist immer noch sehr schreckhaft und schaut immer wieder in die Richtung, wo der Hund herkam.“

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Autor

Deborah Onnis

Deborah  Onnis

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