Die Verbindungsstrasse zwischen Gontenschwil und Zetzwil ist gefährlich – besonders für Fussgänger und Velofahrer. Denn die K332, so ihre Nummer beim Kanton, ist eng und teilweise unübersichtlich. Die vielen Lastwagen, die unter anderem das Gontenschwiler Industriegebiet Mättenfeld anfahren, brauchen an gewissen Stellen die ganze Fahrbahn. Alle anderen Verkehrsteilnehmer müssen sehen, wo sie bleiben. Manchmal bleibt nur die Flucht in die Wiese. Es gibt weder ein Trottoir noch ein Velostreifen. Das soll sich jetzt ändern. Endlich. Das Projekt ist seit Jahren hängig.

Nicht ohne Grund wagte der Zetzwiler Gemeinderat Jürg Maurer in seiner Begrüssungsrede zur Infoveranstaltung am Mittwochabend den Vergleich zum neuen Gotthard-Basistunnel. «Die beiden Bauprojekte haben etwas gemeinsam», sagte er mit einem Augenzwinkern. Sie seien beide in den frühen Neunzigerjahren angegangen worden. «Im Gegensatz zum Zetzwiler Strassenprojekt wird die Neat aber nächsten Monat eingeweiht» – diese Aussage sparte sich der vorwitzige Gemeinderat allerdings bis zum Schluss auf, als nur noch ein kleines Grüppchen Interessierter zusammenstand. Im Plenum drückte er sich etwas zurückhaltender aus: «Beide Beispiele zeigen, dass grosse Bauprojekte ihre Zeit brauchen.»

Beidseitig Radstreifen geplant

Seis drum. Jetzt solls auch in Zetzwil und Gontenschwil losgehen. Die Gemeindeversammlungen haben im Juni über ihre jeweiligen Kreditanteile zu befinden. Grund genug für den Kanton Aargau als Bauherr, das Vorhaben einer interessierten Öffentlichkeit vorzustellen und sich den Fragen und Ängsten der Anwohner zu stellen. Projektleiter Martin Meier, Abteilung Tiefbau und Christoph Schaerer, ausführender Ingenieur vom Büro Wilhelm+Wahlen in Aarau, erklärten die Details zur Bauausführung.

Die in die Jahre gekommene Strasse soll nicht nur saniert und die Wyna-Brücke von 1938 erneuert werden, die Verbindung zwischen den beiden Gemeinden muss auch sicherer gemacht werden. Dazu wird die Strasse verbreitert und beidseitig mit einem Radstreifen versehen. Zusätzlich wird entlang des südlichen Strassenrands ein Trottoir gebaut. «Die Strasse ist heute rund sechs Meter breit», sagte Christoph Schaerer. Im Innerortsbereich auf dem Gemeindegebiet von Zetzwil werde die Strasse auf rund neun, im Ausserortsbereich auf Gontenschwiler Grund und Boden auf zehn Meter verbreitert. Der künftige Strassenverlauf entspreche mehr oder weniger dem heutigen. Im schmaler gehaltenen Innerortsbereich werde eine sogenannte Kernfahrbahn ohne Mittelstreifen eingerichtet, ausserorts würden die Fahrbahnen mit Radstreifen getrennt geführt.

Die alte Bogenbrücke über die Wyna könne aus Statikgründen nicht verbreitert werden, führte Schaerer weiter aus, zudem weise sie Betonschäden auf. Man habe sich deshalb für einen Neubau entschieden. Das sei im Endeffekt wirtschaftlicher. Auch die Einfahrt von der Gontenschwilerstrasse auf die Hauptstrasse in Zetzwil habe man unter die Lupe genommen. Gemäss Berechnungen könne davon ausgegangen werden, dass der Knoten genügend Kapazität für das Verkehrsaufkommen bis 2030 aufweise. «Es besteht hier also kurzfristig kein Handlungsbedarf», so Schaerer. Trotzdem würden bereits jetzt Leerrohre eingelegt, damit der Belag bei einem nachträglichen Ausbau nicht mehr aufgerissen werden müsse.

Strasse bleibt vier Monate gesperrt

Der Kanton rechnet mit einer Gesamtbauzeit von sechs Monaten – aber nur, wenn die Verbindung zwischen den Gemeinden vier Monate total gesperrt wird. Der Zugang zu den Liegenschaften sei aber in jedem Fall gewährleistet, versichert Projektleiter Martin Meier. Läuft alles nach Plan, sollen im Frühling 2017 die Bagger auffahren. Doch bis dahin gibts noch einiges zu tun: Zunächst haben die Gemeinden ihren jeweiligen Kreditanteil zu bewilligen. Sagen Zetzwil am 3. und Gontenschwil am 17. Juni Ja, kann die Baueingabe erfolgen. Dann würden die direktbetroffenen Grundeigentümer noch einmal persönlich orientiert, versprach Projektleiter Martin Meier. Trotzdem nutzten jetzt schon einige Betroffene die Gelegenheit, die Baupläne mit den Fachleuten zu besprechen und Anliegen loszuwerden.