Reinach
Gebissen wird nur auf dem Hundeplatz

Fährtensuchen, Unterordnung und Schutzdienst gehörten zum Wettkampf für Leistungshunde.

Sibylle Haltiner
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Hundewettkampf in Reinach
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Leistungshunde-Wettkampf Jessica Bächli und Rocky bei der Vorbereitung für die Fährtenarbeit.
Leistungshunde-Wettkampf Oliver Meyer mit Vaxx von der Steinteichmühle bei der Fährtenarbeit. Eine Richterin folgt den beiden.
Leistungshunde-Wettkampf Gitan z Kovârny in Aktion.
Leistungshunde-Wettkampf Gitan z Kovârny hat sich in den gepolsterten Ärmel verbissen.
Leistungshunde-Wettkampf Auch durch den Einsatz des Soft-Stockes lässt Styrian Spirit Avanti nicht vom Schutzdiensthelfer ab.
Leistungshunde-Wettkampf Myriam Wolf schickt Gitan z Kovârny auf die Suche nach dem Schutzdiensthelfer.
Leistungshunde-Wettkampf Styrian Spirit Avanti verbeisst sich in den gepolsterten Ärmel von Schutzdiensthelfer Michael Suter.
Leistungshunde-Wettkampf Gitan z Kovârny lässt nicht locker.
Leistungshunde-Wettkampf Brigitte Honegger und Falk bei der Unterordnungsprüfung.
Leistungshunde-Wettkampf Brigitte Honegger muss mit Falk durch eine Personengruppe laufen.
Leistungshunde-Wettkampf Falk springt über ein Hindernis.
Leistungshunde-Wettkampf Falk bringt das Apportierholz zurück.
Leistungshunde-Wettkampf Jessica Bächli und Rocky bei der Unterordnungsprüfung.

Hundewettkampf in Reinach

Sibylle Haltiner

Nase am Boden, Rute in der Luft. Konzentriert folgt «Independent Spirit’s Falk», genannt Falk, der Spur am Boden, die eine Fährtenlegerin eine Stunde vorher gelegt hat. Die Hundeführerin Brigitte Honegger aus dem zürcherischen Samstagern folgt dem Belgischen Schäferhund am Ende der zehn Meter langen Leine. Unvermittelt legt sich Falk hin: Er hat einen von drei Gegenständen gefunden, die auf der Fährte verteilt liegen.

Zu Hause ganz friedlich

Brigitte Honegger und Falk nahmen am Wochenende zusammen mit 20 weiteren Teams an einem Wettkampf für Leistungshunde in Reinach teil. Entsprechend der Internationalen Gebrauchshunde Prüfungsordnung bestand der Wettbewerb aus drei Teilen: Fährtenarbeit, Gehorsamsprüfung mit Apportieren, genannt Unterordnung, und Schutzdienst, bei welchem der Hund in den gepolsterten Ärmel eines Helfers beisst.

Der Wettkampf in Reinach zählte auch als Qualifikation für die Teilnahme an den Weltmeisterschaften. Brigitte Honegger und der achtjährige Falk haben bereits an zwei Weltmeisterschaften teilgenommen und gehörten zum engen Favoritenkreis. «Falk liebt den Schutzdienst», erklärte Brigitte Honegger. Im Alltagsleben ist er jedoch ein freundlicher Hund, der sich auch von Fremden streicheln lässt und mit Kindern und zwei anderen Hunden friedlich zusammenlebt. «Der Schutzdienst ist ein Sport», führte Brigitte Honegger weiter aus. «Der Hund beisst nur in den Ärmel, er würde nie eine Zivilperson angreifen.»

Auch Jessica Bächlis Hund Rocky, ebenfalls ein Malinois, ein kurzhaariger Belgischer Schäferhund, ist zu Hause ein normaler Familienhund, auch wenn er nicht so gerne mit sich schmusen lässt. «In meinem Hundesalon können Menschen und andere Hunde problemlos ein- und ausgehen», versicherte die Unterkulmerin. «Rocky ist ausgeglichen, weil er ausgelastet ist. Zudem gehorcht er gut.»

Zwei- bis dreimal pro Woche steht Jessica Bächli mit «Consul Dark Projekt», so Rockys offizieller Name, auf dem Hundeplatz. Am Wochenende nahm sie zum ersten Mal an einer Prüfung dieser Stufe teil. Rockys Lieblingssparte ist ebenfalls der Schutzdienst, die Fährtenarbeit wollte hingegen nicht recht klappen. Der Hund verpasste einen Winkel in der Fährte.

Geduldiges Warten gehört dazu

Bei den Unterordnungs- und Schutzdienstprüfungen vom Sonntag konnten die Zuschauer hautnah erleben, was Gebrauchshunde leisten können. Zum Beispiel ohne Sichtkontakt zum Hundeführer fünf Minuten liegenbleiben, auch wenn gleich nebenan gelärmt wird. Eindrücklich war die Schutzhundearbeit.

Die Hunde verbissen sich in die gepolsterten Ärmel der Schutzdiensthelfer und liessen sich auch durch das Abstreichen mit einem weichen Schaumgummistock nicht ablenken. Dass die Hunde genau wissen, was sie tun müssen, bestätigte der Schutzdiensthelfer Michael Suter. «Ich mache das seit 15 Jahren», erklärte er, «und bin in dieser Zeit noch nie gebissen worden.»

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