Kölliken
«Geben und Nehmen»: Regionale Kies-Firma renaturiert für Wildbienen

Die Hochuli AG hat einen Wildbienenpark erschaffen, der im Mai mit einem Fest eingeweiht wird. Damit wollen sie einen ökologischen Ausgleich für den Kies-Abbau schaffen.

Martin Zürcher
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Monika Hochuli und Stefan Bürgler bei einem der Bienenhotels. tiz

Monika Hochuli und Stefan Bürgler bei einem der Bienenhotels. tiz

Ausgangs Kölliken Richtung Oberentfelden gibt es seit einiger Zeit einen neuen Wildbienenpark. Ins Leben gerufen wurde er von der Firma Hochuli AG. «Mit dem Kiesabbau kriegen wir von der Natur etwas, mit dem wir Geld verdienen und unseren Betrieb aufrechterhalten können. Im Gegenzug müssen wir ökologischen Ausgleich schaffen. Gerne geben wir der Natur wieder etwas zurück», sagt Geschäftsführer Stefan Bürgler dazu. Schon die Gründer der Firma lebten nach diesem Leitsatz.

Sinn und Zweck

Wildbienenparks bilden reichhaltige Lebensräume für Wildbienen und weitere Insekten sowie Reptilien. Sie werden speziell auf deren Bedürfnisse ausgerichtet. Lehmhaltige Sandinseln und Schneckenhäuser dienen den Wildbienen als Nistplätze. Für Insekten und Eidechsen werden Teile der Böschung mit Trockenmauern stabilisiert. Diese bieten geeignete Verstecke sowie Plätze zum Sonnenbaden. Umgeben ist das Ganze von einer Vielzahl Wildpflanzen, die so ausgewählt werden, dass die Blütenpräferenzen möglichst vieler Wildbienenarten abgedeckt werden. (TIZ)

Mit dem Ausbau der Bahnstrecke und der Baufälligkeit der ehemaligen 1. Garage der Firma Hochuli, bot sich die Gelegenheit, auf dem frei gewordenen Gelände einen Wildbienenpark ins Leben zu rufen. Bürgler sagte: «Wir hätten hier auch einen Autoverkäufer ansiedeln können. Das Profitdenken soll aber nicht immer Priorität haben.» Schnell konnte sich auch der Verwaltungsrat für das Projekt begeistern.

Jede Wurzel, jeder Stein und jeder Erdhaufen ist wichtig, um den Wildbienen einen perfekten Lebensraum zu bieten. Wer sich heute auf dem Gelände umsieht, findet schon jetzt eine grosse Vielfalt von Insekten. Neben verschiedenen Bienenarten, Schwebefliegen, Hummeln, Schmetterlingen und dergleichen, sind auch schon die ersten Eidechsen heimisch geworden. Das Projekt, das in Zusammenarbeit mit Claudio Sedivy von wildbieneundpartner.ch entstanden ist, zeigt, dass die Firma mit ihrem Wildbienenpark, der mit vielen Informationstafeln ausgestattet ist, auf dem richtigen Weg ist. Im kommenden Jahr soll er eingeweiht werden. Dann wird bestimmt noch eine viel grössere Flora und Fauna anzutreffen sein.

Mit einem Zaun ist der Park von der SBB-Linie abgetrennt.

Mit einem Zaun ist der Park von der SBB-Linie abgetrennt.