Schöftland
Fussgängerstreifen aufgelöst – Pendler müssen Umweg in Kauf nehmen

Aus Sicherheitsgründen wurde ein Bahnübergang samt Fussgängerstreifen aufgehoben: Er wurde zu wenig benutzt, was die Autofahrer laut Kanton unaufmerksam macht.

Janine Gloor
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Der Fussgängerstreifen nahe der WSB-Haltestelle Nordweg ist bereits aufgehoben.

Der Fussgängerstreifen nahe der WSB-Haltestelle Nordweg ist bereits aufgehoben.

Leuchtend gelb wies er den Fussgängern in Schöftland den Weg von der WSB-Haltestelle Nordweg über die Aarauerstrasse. Doch damit ist es vorbei. Der Fussgängerstreifen über die Aarauerstrasse auf der Höhe des Nordwegs wurde aufgehoben. Zur Aufhebung des Fussgängerstreifens kam es im Rahmen der Sanierungen der Bahnübergänge. Der Fussgängerstreifen auf der Aarauerstrasse war die Verlängerung eines Bahnübergangs. Übergang und Fussgängerstreifen entsprachen nicht mehr den Sicherheitsbestimmungen.

In Zusammenarbeit mit der Gemeinde und dem Kanton wurde beschlossen, den Bahnübergang zusammen mit dem Fussgängerstreifen aufzuheben. Der Übergang, welcher den Verkehr vom Nordweg auf die Aarauerstrasse führt, wurde saniert und mit Barrieren versehen, ebenso der Fussgängerübergang 25 Meter südlich des Nordwegs. Ein Geländer zwischen Strasse und Gleis hindert Personen an der Stelle des alten Fussgängerübergangs am Überqueren der Gleise. «Eine zusätzliche Sanierung des nördlichen Fussgängerübergangs wäre mit sehr hohen Kosten verbunden gewesen», sagt Erwin Rosenast, Mediensprecher der aar bus+bahn. «Zudem wurde dieser Fussgängerübergang nur wenig benutzt.»

Zu wenig frequentiert

Die Aarauerstrasse ist keine Kantonsstrasse, doch wenn es um die Sicherheit im Verkehr geht, hat der Kanton auch bei Gemeindestrassen ein Mitspracherecht. Auch beim Kanton steht die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer im Vordergrund, doch die Übergangsfrequenzen des Fussgängerstreifens spielten beim Entscheid um dessen Zukunft eine Rolle. «Damit ein Fussgängerstreifen sicher ist, müssen in den drei bis fünf meistbegangenen Stunden rund 100 Querungen registriert werden. Der Fussgängerstreifen hatte nur knapp die Hälfte davon», erklärt Kai Schnetzler, Sektionsleiter Verkehrssicherheit des Kantons Aargau. Denn bei ungenügend frequentierten Streifen seien Autofahrer weniger aufmerksam. Die ungenügenden Sicherheitsanforderungen zusammen mit den niedrigen Benutzungszahlen waren das Todesurteil für den Fussgängerstreifen.

Ganz schmerzlos war der Verlust dieses Fussgängerstreifens für die Schöftler nicht. «Zum Leidwesen des Gemeinderats» musste er weichen, heisst es in den Schöftler Nachrichten. «Wir verstehen, dass sich der Kanton auf die Vorschriften bezieht, trotzdem sind wir mit der Situation nicht ganz glücklich», sagt Gemeindeschreiber Rudolf Maurer. Die Schöftler hätten für den verschwundenen Fussgängerstreifen gern einen Ersatz gehabt. Bei der Gemeinde seien auch Reklamationen eingegangen, doch der Gemeinde seien die Hände gebunden. Maurer räumt ein, dass man das Problem nicht überbewerten darf. Dennoch bedaure die Gemeinde den ersatzlosen Wegfall des Fussgängerstreifens.

Kein Ersatz-Standort

Ein alternativer Standort wurde vom Kanton geprüft, jedoch ohne Erfolg. Beim sanierten Fussgängerübergang südlich des Nordwegs kommt ein Fussgängerstreifen aufgrund der Parkplätze gegenüber nicht infrage. «Die Fahrmanöver bei den Parkplätzen würden die Sicherheit der Fussgänger gefährden», sagt Schnetzler. Im Norden befindet sich der nächste Fussgängerstreifen bei der Holzikerstrasse, im Süden beim Blumenladen Faes.

Aufgrund der niedrigen Nutzungszahlen des aufgehobenen Fussgängerstreifens ist für Schnetzler der Bedarf eines zusätzlichen Fussgängerstreifens nicht unbedingt gegeben. «Zwar kann das Quartier östlich der Bahngleise nicht mehr auf dem direktesten Weg über einen Fussgängerstreifen erreicht werden. Aber wir dürfen nur einen sicheren Fussgängerstreifen anbieten. Fussgänger können die Aarauerstrasse beim gesicherten Bahnübergang auf der Höhe Nordweg überqueren, allerdings auf Eigenverantwortung.»

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