Muhen

Fussballplatz-Sanierung: Dem FC läuft die Zeit davon

3,9 Millionen Franken soll die Gmeind für die Vergrösserung und Sanierung des Fussballplatzes sprechen. Das Projekt ist umstritten.

«Ohne den grösseren Platz ist der FC in seiner Existenz bedroht.» Das sagte Christian Stecher, Präsident des Fussballclubs Muhen, an der Infoveranstaltung zur Vergrösserung und Sanierung des Fussballplatzes. Bis Mitte 2019 muss der Hauptplatz vergrössert werden – wegen veränderten Bestimmungen des Schweizer Fussballverbandes (SFV). Stecher: «Wenn wir diese nicht erfüllen, können Mannschaften des FC Muhen vom Spielbetrieb ausgeschlossen werden.»

Dies ist seit 2006 bekannt, und ebenso lange arbeiten der Müheler Gemeinderat und der Fussballclub an einer Lösung. Schon drei Mal wurde das Projekt redimensioniert, und wegen der Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) stand es während sechs Jahren komplett still. Jetzt endlich ist es konkret: Der Kredit über knapp 3,9 Mio. Franken kommt an der Gmeind vom 23. November zur Abstimmung. Wie sich an der Infoveranstaltung zeigte, dürfte das Geschäft aber nicht diskussionslos durchgehen.

Sicherheit ist ein Thema

Christian Stecher hat viele Argumente, warum die Müheler das Projekt annehmen sollten. Der alte Platz und die über 40-jährige Infrastruktur müssen dringend saniert werden: «Wir schütten jährlich 32 Tonnen Sand aus, nur um spielen zu können.» Und nach dem heissen Sommer sei der Rasen «nahe am Kaputtgehen». So soll das neue Feld ein Kunstrasen sein, der pflegleichter, belastbarer und ganzjährig bespielbar ist. Ein grosses Plus für den FC und damit auch das Dorf: 80 Prozent der Spieler sind Müheler – ein aussergewöhnlich hoher Anteil.

Auch die Sicherheit ist ein Thema: Bisher wurde die Färbergasse während der Spiele des Fussballclubs gesperrt, weil es immer wieder vorkommt, dass Kinder dem Ball hinterher auf die Strasse springen. Der neue Platz soll einen sechs Meter hohen Ballfang bekommen. So wäre eine Sperrung nicht mehr nötig. Allerdings muss die Färbergasse verlegt werden. Um 10 Meter, die dem Platz an Breite und gefordertem Sicherheitsabstand fehlen.

Lebenswichtig oder luxuriös?

Das Projekt hat eigentlich nur ein Problem: Es kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Nämlich gleichzeitig mit einer Steuerfusserhöhung um 5 Prozent (von 112 auf 117 Prozent). Gemeindeammann Andreas Urech betont mehrmals mit Nachdruck, dass das eine mit dem anderen nichts zu tun hat. «Das Projekt Fussballplatz ist seit Jahren im Finanzplan eingerechnet», erklärt er.

Der Steuerfuss muss allein deshalb erhöht werden, weil wir im letzten Jahr durch Wegzüger hohe Steuerausfälle hatten.» Diese seien überraschend gekommen, und angesichts der Schuldenlage sei eine Steuerfusserhöhung sinnvoll. Eine Ablehnung des Projekts würde daran nichts ändern. Zudem seien nicht die ganzen 3,9 Millionen Franken dem Fussballplatz anzulasten: Etwa die Werkleitungs-Sanierung der Färbergasse gehört auch dazu.

Dennoch bestehen Zweifel bei den Mühelern: Braucht es die Vergrösserung wirklich? Muss es denn ein Kunstrasen sein anstatt eines günstigeren Naturrasens? Ist der Platz öffentlich zugänglich? Christian Stecher und Andreas Urech beantworten all diese Fragen mit Ja: «Egal, ob wir 3., 4. oder 5. Liga spielen – nur schon wegen der Sicherheitsabstände braucht es eine Vergrösserung.»

Der Kunstrasen sei zwar in der Anschaffung viel teurer, doch bei 30 Jahren Betriebsdauer pro Stunde günstiger, denn: «Er ist theoretisch 24 Stunden nutzbar, während ein Naturrasen viel Erholungszeit braucht.» Zum Schluss sagt Gemeindeammann Urech: «Es ist eine Philosophiefrage, ob man die Vereine im Dorf unterstützen will.» Darum empfehle der Gemeinderat, den Kredit zu sprechen.

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