Attelwil/Reitnau
Fusionieren Attelwil und Reitnau im Schnellzugstempo?

An beiden Gemeindeversammlungen wurde das Traktandum «Fusionsanalyse» durchgewunken, einige Fragen gab es dennoch.

Raphael Nadler undChristine Wullschleger
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Werden die beiden Gemeinden in naher Zukunft fusionieren?

Werden die beiden Gemeinden in naher Zukunft fusionieren?

Martin Zürcher

Mit Spannung wurden die Ergebnisse der beiden Gemeindeversammlungen in Attelwil und Reitnau erwartet. Die Stimmbürger konnten entscheiden, ob die beiden Gemeinden eine Fusionsanalyse machen lassen sollen, die später darüber Aufschluss geben wird, ob ein Zusammenschluss beider Gemeinden tatsächlich sinnvoll ist.

In Reitnau hat der Gemeinderat gute Vorarbeit geleistet. Bereits an der Infoveranstaltung vor zwei Wochen (180 Anwesende) wurden so viele Fragen beantwortet, dass an der Gmeind bereits nach fünf (!) Minuten über den Kredit zur Fusionsanalyse abgestimmt wurde. Die 126 Stimmberechtigten genehmigten das Traktandum, bei fünf Enthaltungen, aber keiner Gegenstimme.

In Attelwil hatte man in Anbetracht des «Fusions-Traktandums» im Gemeindesaal mehr Stühle aufgestellt als sonst. Zuerst ergriff Gemeindeammann Roger Lehner das Wort und sagte: «Wenn wir heute Ja sagen, verbauen wir uns noch gar nichts.» Fragen gab es keine, einzig zwei Voten. «Ich war immer Gegner einer Fusion. Doch wenn ich sehe, wie schwierig es jetzt schon ist, Behördenstellen zu besetzen, finde ich die Fusion eine gute Sache», sagte ein Stimmbürger. Ein anderer meinte, dass die Feuerwehr schon lange fusioniert habe und alles einwandfrei funktioniere. Das wars. Die Abstimmung war dann auch sehr deutlich: Von 50 Anwesenden stimmten 47 für die Fusionsanalyse, zwei dagegen, eine Person enthielt sich der Stimme.

Roger Lehner und Reitnaus Frau Gemeindeammann Regina Lehmann warben danach auch gleich für eine Arbeitsgruppe, die sich mit dem Thema Fusion befassen und bereits im Sommer starten soll: «Es ist wichtig, dass die Themen mit Einbezug der Bürger ausgearbeitet werden», sagte Lehner.

In Reitnau bewilligte der Souverän ohne viele Wortmeldungen den Kredit über 112 000 Franken für die neue Hausnummerierung inkl. Ergänzung und Anpassung von Strassennamen. Nachdem der Gemeinderat bekannt gab, dass bei einer Fusion ein sehr grosser Teil des Umschreibens und der Gebühren übernommen wird und die Bevölkerung nur Arbeitgeber, Freunde, Banken und Versicherungen selber benachrichtigen müssen, wurde dem Kredit grossmehrheitlich, aber mit einigen Gegenstimmen zugestimmt.