Fusion Menziken Burg
Ritter Menzo sticht Stier und «Borkenkäfer-Tanne» aus

Die Umfrage über Namen und Wappen bei einer Fusion von Menziken und Burg ist ausgewertet. Die Bevölkerung zeigt sich kritisch.

Cynthia Mira
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Diese drei Entwürfe standen in der Umfrage zur Diskussion: die Rottanne, der achtstrahlige Stern und der Stierenberg.

Diese drei Entwürfe standen in der Umfrage zur Diskussion: die Rottanne, der achtstrahlige Stern und der Stierenberg.

zvg/AZ

Sollten Burg und Menziken dereinst fusionieren, dann soll die neue Gemeinde Menziken heissen. Dieses Ergebnis förderte die Umfrage zu Namen und Wappen zutage, die vom 16. Juli bis zum 15. August die Meinung der Bevölkerung einholte.

Wenn dem so wäre, erhielte die Fusionsgemeinde als Wappen den Ritter Menzo, der schon jetzt das Menziker Wappen ziert. Aber: Erstens wird über den Namen mit dem Fusionsvertrag nochmals abgestimmt. Und zweitens wurden in der Umfrage drei weitere Wappen-Entwürfe gezeigt. Zur Auswahl standen neben einer Rottanne auch ein Stier auf dem Stierenberg und ein achtstrahliger Stern.

Eine Gruppe von Einwohnerinnen und Einwohnern beider Gemeinden kritisierte aber, dass keines dieser drei Wappen dem Fusionsgedanken gerecht werde. Die Tanne sei nichtssagend und würde noch zu vielen anderen Gemeinden passen. «Ausserdem ist die Rottanne ein Baum der voralpinen Regionen und wegen des Borkenkäfers problematisch im Mittelland», hielten sie fest. Und sowieso: Bei ihnen sei die Weisstanne in den Eichen-Buchen-Mischwäldern ursprünglich heimisch gewesen.

Sie kritisierten auch die anderen Vorschläge: Der achtstrahlige Stern habe weder zu Menziken noch zu Burg einen Bezug.

«Den Stierenberg teilen wir uns mit dem Kanton Luzern – dort heisst er Sterenberg, was mit Stier nichts zu tun hat.»

Sie wünschen sich stattdessen, dass im neuen Wappen Ritter Menzo neben dem Burg-Turm platziert werde.

Auch bei der Namensfrage kam es zu neuen Wunschkreationen. Genannt wurden Menziburg, Burgenz und Menzburg. Mit 66 Stimmen Vorsprung lag Menziken aber vorn, insgesamt stimmten 182 Personen dafür. Auf die Doppelnennung Menziken-Burg entfielen 116 Stimmen. Ganz zuhinterst reihte sich «Stierenberg» ein.

Die Abstimmung über Namen ist grosszügig

Eigentlich wäre die Frage nach dem Namen obsolet. Aufgrund der Grössenverhältnisse wäre der Name der grösseren Gemeinde gesetzt. Jean-Claude Kleiner ist externer Projektberater der Fusionsprüfung von Menziken und Burg. Er sagt:

«Die Haltung des Gemeinderats Menziken, auch den Namen einer allfällig fusionierten Gemeinde der Diskussion zu überlassen, beurteile ich als sehr grosszügig.»

Nun habe sich eine Mehrheit der Bevölkerung für den Namen Menziken entschieden. Es sei aber wichtig zu betonen, dass die Adresse mit Ort, Postleitzahl, Strassenname und -nummer sowohl in Burg als auch in Menziken unverändert bleiben würden. Gleich verhält es sich mit den Wappen: Bei einer Fusion bleiben die beiden Namen wie auch die Wappen der Ortsteile erhalten.

Ergebnisse werden im Oktober präsentiert

Insgesamt beteiligten sich 362 Personen an der Umfrage. Davon füllten 322 Personen das Formular online aus, während vierzig Personen schriftlich den Talon im «Dorfheftli» ausfüllten. Wie die Projektverantwortlichen in ihrer Medienmitteilung gestern festhielten, kam es zu Manipulationen bei den Online-Formularen. Gewisse Stimmen mussten deshalb vor der Auswertung entfernt werden.

Ursprünglich war geplant, dass über die Fusion im Herbst 2021 abgestimmt werden kann. Die Fusionsprüfung nahm aber mehr Zeit in Anspruch. Wenn Anfang nächsten Jahres nach einem Ja an den Gemeindeversammlungen, im Sommer auch der Grosse Rat zustimmt, wäre die Fusion frühestens im Januar 2023 möglich. Wie es weitergeht, erfahren Interessierte am 28. Oktober. Dann werden die Erkenntnisse dieser Umfrage der Bevölkerung vorgelegt.

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