Reinach
Fünf Millionen Franken für das Bijou im Zentrum: «Es lohnt sich, in dieses Haus zu investieren»

Die Sanierung des Centralschulhauses, die Kreisschule aargauSüd und zwei Aufnahmen in den Abwasserverband kommen an die Reinacher Gemeindeversammlung vom 6. Juni.

Peter Weingartner
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Das Centralschulhaus entspricht nicht mehr den heutigen Schul-Ansprüchen.

Das Centralschulhaus entspricht nicht mehr den heutigen Schul-Ansprüchen.

Peter Weingartner

«Es lohnt sich, in dieses Haus zu investieren; etwas Besseres können wir nicht bekommen», sagte Gemeindeammann Martin Heiz an der Orientierung über die Geschäfte der Gemeindeversammlung vom 6. Juni.

Mit dem Haus meint er das Centralschulhaus, 1904/05 erbaut und ein Bau, der das Dorfbild prägt. Der Gemeinderat beantragt einen Kredit von knapp 5 Millionen Franken für die Sanierung, da das Haus, bei dem 1992 letztmals die Gebäudehülle (Fassade, Fenster, Storen) saniert wurde, die «heutigen schulhygienischen und energetischen Anforderungen» bei weitem nicht mehr erfülle. So habe der Ammann als Schüler schon die aktuellen Toiletten frequentiert.

WC-Anlagen prioritär

2015 wurde ein Zimmer, ehemals Bibliothek, in ein Schulzimmer umgebaut, das als Musterzimmer für die anstehende Gesamtsanierung dient. Priorität haben die WC-Anlagen, die nur noch teilweise funktionstüchtig seien. Eine Sanierung zieht zwangsläufig aktuelle Brandschutzmassnahmen nach sich. Die Beleuchtung in den Gängen muss erneuert, die elektrischen Anlagen müssen auf Vordermann (FI-Absicherung) gebracht werden.

Ferner steht die Komplettsanierung (Boden, Wand, Decke) der Klassenzimmer an. Sie erhalten auch neues Mobiliar samt interaktiven Wandtafeln. Schliesslich sind auch die Wasser- und Abwasserleitungen zu ersetzen.

Angedacht, so Heiz, seien auch Raumumgestaltungen und -umnutzungen. Einige WC-Anlagen werden zu Gruppenräumen, und im Untergeschoss sollen ein Veloraum für Lehrpersonen und ein zentraler Materiallagerraum entstehen. Ein elektronisches Schliesssysten soll die Eingangstüren steuern.

Um möglichst ohne Provisorien durchzukommen, setzt man auf eine Etappierung der Bauvorhaben. Martin Heiz rechnet mit einer Dauer von 4 bis 5 Jahren, wobei vieles während der Schulferien gemacht werden soll. Zu den energetischen Massnahmen gehört auch eine Isolation des Dachstocks, wo eventuell Bibliothek/Mediothek untergebracht werde.

Mehr Abwasser für ARA Reinach

Der Abwasserverband Oberwynental bekommt Zuwachs, wenn die Stimmberechtigten den Vorschlag des Gemeinderats gutheissen. Einerseits treten Gontenschwil und Zetzwil bei und bringen Abwasser von rund 3500 Personen mehr in die ARA Reinach. Anderseits sind die bisherigen Luzerner Verbandsmitglieder Beromünster (Schwarzenbach, Gunzwil, Neudorf) und Rickenbach (Pfeffikon) durch Gemeindefusionen grösser geworden.

Der Einkauf kostet Gontenschwil und Zetzwil rund 3,5 Millionen Franken. Das verteilt die Lasten für Investitionen in Sanierung und Aufrüstung sowie Betrieb auf mehr Schultern. Der Kostenverteilschlüssel regelt die Beiträge unter Berücksichtigung von Starkverschmutzern (Gewerbebetriebe).

Gemeinderat Ruedi Lanz wies auf tiefere Kosten dank zentraler Bewirtschaftung hin, eine Folge der Übernahme von Pumpwerken, Kanälen und Regenentlastungsbauten aus Gemeindebesitz durch den Abwasserverband. Die ARA, gemäss Lanz «eine der modernsten Kläranlagen der Schweiz», verfüge über genügend Kapazität zur Verarbeitung des anfallenden Wassers zwischen Neudorf und Gontenschwil-Zetzwil.

Positiver Rechnungsabschluss

Die Rechnung 2017 schliesst statt mit einem Minus von 170 000 Franken mit einem Gewinn von 23 000 Franken ab. Positiv schlugen die (schwierig zu budgetierenden) Grundstückgewinnsteuern (plus 500 000 Franken) zu Buche; auf der anderen Seite kostete die Pflegefinanzierung 140 000 Franken mehr als veranschlagt. Der Gewinn wäre noch höher ausgefallen: Die Gemeinde hat, so Martin Heiz, dem Altersheim Land für 262 000 Franken «verschenkt und abgeschrieben». Gut unterwegs sind auch die Eigenwirtschaftsbetriebe.

«Bis zu 200 Angestellte»

Im Gegensatz zur Gemeinde Gontenschwil, deren Oberstufe (aktuell 4 Klassen) aufgehoben wird (siehe oben), wenn die Kreisschule aargauSüd umgesetzt wird, hat Reinach nichts zu verlieren. Das Projekt sieht die Zusammenführung der bisherigen Kreisschulen Homberg und Mittleres Wynental sowie der Oberstufenschulen von Menziken und Burg zur Kreisschule aargauSüd vor.

Die strategische Führung obliegt der Kreisschulpflege, aus sieben Mitgliedern bestehend. Im Kreisschulrat sind alle elf Verbandsgemeinden vertreten. Er wählt auf Antrag der jeweiligen Gemeinderäte die Kreisschulpflege, welche die Schulleitung, die operative Führung, wählt. Martin Heiz: «Die neue Kreisschule ist eine Firma mit einem Budget von 12 Millionen und 180 bis 200 Angestellten.»

Apropos Angestellte: Die Anstellungsverträge der bisherigen Lehrpersonen werden von der neuen Kreisschule übernommen. So sie denn zustande kommt.