Legat

Für schulische und erzieherische Zwecke: Schlossrued erbt 50'000 Franken

Gertrud Suter-Lüthi hat das Ruedertal trotz harter Kindheit in guter Erinnerung behalten.

Gertrud Suter-Lüthi hat das Ruedertal trotz harter Kindheit in guter Erinnerung behalten.

Die gebürtige Schlossruederin Gertrud Suter-Lüthi hat der Gemeinde ein Legat in der Höhe von 50'000 Franken überlassen. Die Erbschaft muss für erzieherische sowie schulische Zwecke eingesetzt werden.

Sie wurde 1926 als eines von 13 Kindern in ärmlichen Verhältnissen geboren, musste sich mit sechs Schwestern eine Puppe teilen, und statt eine Lehre absolvieren zu können, wurde sie in die Schöftler Textilfabrik Fehlmann und Söhne geschickt. Doch ihren ­Lebensabend durfte die gebürtige Schlossruederin Gertrud Suter-Lüthi vermögend und mit Sicht zuerst auf den Lago Maggiore verbringen und dann ab 2016 im Alterszentrum in Safenwil.

Das Ruedertal hat sie trotz harter Kindheit in guter Erinnerung behalten. Wie der Gemeinderat Schlossrued mitteilt, hat Gertrud Suter-Lüthi, die am 21. Januar ohne Nachkommen verstorben ist, der Gemeinde ein Legat von 50'000 Franken überlassen. Sie wurde 93 Jahre alt und auf dem Friedhof Schlossrued begraben – so, wie sie es sich gewünscht hatte.

«Wir erlebten eine entbehrungsreiche Kinder- und Jugendzeit. Oft gingen wir hungrig zu Bett», erzählte Gertrud Suter-Lüthi 2017 in der Hauszeitschrift des Safenwiler Alterszentrums Rondo. Für die eine Puppe habe es sechs Puppenmamis in der Familie gegeben, also hätten sie lieber im Wald mit «Tannzapfen und Holzchnebeli» gespielt.

«Irgendwie schaffte ich es doch hoch hinaus», erzählt sie weiter. Zunächst aber nähte sie Hemden bei Fehlmann, danach arbeitete sie in Bäckereien. Ihr Traum: in einem Büro zu arbeiten. Dank ihres Talents im Schreibmaschinentippen wurde ihr von einem späteren Arbeitgeber eine KV-Lehrstelle angeboten. Sie war über 30, als sie durch ein Zeitungsinserat ihren Mann Hermann kennen lernte. Sie gründeten zusammen die Firma «Spültischwerke Suter in Schinznach», hatten 40 Angestellte und später ein Haus in Minusio TI. Ihr Mann starb 1992.

Die Erbschaft muss Schlossrued für schulische und erzieherische Zwecke einsetzen. Mögliche Projekte werden im Frühling 2021 erarbeitet. (fdu)

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