Aarau

Für Güter nicht mehr die WSB

Rollböcke für die Verlagerung der Güter auf die WSB-Linie (Archiv). PSI

Rollböcke für die Verlagerung der Güter auf die WSB-Linie (Archiv). PSI

Die Wynental- und Suhrentalbahn stellt den Güterverkehr per Ende Jahr ein.

Während an der letzten Generalversammlung eine erfreuliche Entwicklung der Personenverkehrsnachfrage kommuniziert werden konnte, entwickelt sich die Nachfrage beim Güterverkehr genau umgekehrt. Konnten noch bis 2007 rund 30000 Tonnen jährlich transportiert werden, ist seither die Nachfrage rückläufig. Für das laufende Jahr rechnet die Wynental- und Suhrentalbahn gerade noch mit rund der Hälfte. Die wirtschaftliche Lage im Exportbereich, die Verlagerung der Produktion der Alu Menziken und der Konkurrenzkampf innerhalb des Lastwagentransportgewerbes haben zu diesem Rückgang geführt.

In Absprache mit Bund und Kanton hat man sich deshalb zur Einstellung des Güterverkehrs entschlossen. Die heute abgewickelten Transporte werden durch den Bund und den Kanton Aargau stark subventioniert. Eine Steigerung der Beiträge der öffentlichen Hand oder eine Verteuerung der Transporte für die Kunden wäre angesichts der bescheidenen Transportmenge nicht infrage gekommen. Kommt hinzu, dass eine Weiterführung des Güterverkehrs millionenschwere Investitionen bedingt hätte.

Die Anfänge des Güterverkehrs auf Rollböcken gehen in die 20er Jahre zurück. Damals wurde seitens der Wynental- und Suhrentalbahn das Konzept selber entwickelt. Ein Weiterbetrieb dieses Systems ist aufgrund der nicht mehr vorhandenen Ersatzteile nicht mehr möglich.

Die vorhandene Güterinfrastruktur wird künftig dem stetig wachsenden Personenverkehr als Abstellgleise und dem Infrastrukturunterhalt als Interventionsgleise zur Verfügung stehen. So gesehen kommt die Einstellung wie gerufen. Mathias Grünenfelder, Direktor der Wynental- und Suhrentalbahn, ist froh um die zusätzlichen Gleise: «Für die bald zu beschaffenden, zusätzlichen Pendelzüge sind die heutigen Anlagen in Aarau, Schöftland und Menziken zu eng.»

Das ursprünglich drei Mann umfassende Güterteam wurde in den letzten Jahren bereits sukzessive auch im Personenverkehr eingesetzt. Die Einstellung führt zu keinem Personalabbau; im Rahmen der normalen Fluktuation können die Mitarbeiter des Güterteams vollumfänglich als Lokführer des Personenverkehrs weiter beschäftigt werden. (az)

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