«Der Preis des Erfolges ist Hingabe, harte Arbeit und unablässiger Einsatz für das, was man erreichen will», sagte Gemeinderätin Manuela Basso am Neujahrsapéro der Gemeinde Unterkulm. Sie zitierte den amerikanischen Architekten und Autor Frank Lloyd Wright. Die Gemeinde ehrt am zweiten Januar Personen, die für Unterkulm etwas Besonderes geleistet oder als Botschafter der Gemeinde deren Namen in die Welt hinaus getragen haben.

Lebender Beweis für die Richtigkeit von Bassos Zitat ist Kurt Hess. Authentisch erzählt er von seinem kühnen Vorhaben, das nach zwei am Wetter gescheiterten Versuchen im August 2015 gelang: In 13 Stunden und drei Minuten stieg er nonstop und aus eigener Kraft vom tiefsten Punkt der Schweiz, Brissago mit 193 Metern über Meer, bis zum höchsten Punkt des Landes, die Dufourspitze auf 4634 Metern, auf.

«Sieben Jahre habe ich dieses Projekt in mir herumgetragen», erzählt Hess. Sieben Jahre nach dem ersten Scheitern. Die Frühpensionierung hat es ihm erlaubt, sich als «Profisportler» vorzubereiten. Konkret hiess das: vier bis zehn Stunden Training pro Tag. «Warum machst du das?», habe er sich auch gefragt, doch das Ziel vor Augen liess ihn weitermachen.

Insgesamt zehn Wochen lebte Kurt Hess mit seiner Frau im Tessin. Meist trieb er sich in den Bergen herum: «Es braucht Vorbereitung; ich habe viel auf über 4000 Metern Höhe trainiert, bin «umegsecklet».» Hess zeigt eindrückliche Bilder. Das Training in der Höhe ermöglicht es, dass die roten Blutkörperchen sich optimal vermehren, was für sportliche Leistungen auf dieser Höhe wichtig ist. Es gab auch Rückschläge, erzählt Hess, etwa einen Wintereinbruch, ein Meter Schnee, der das Zelt eindrückt. Mit einer Schaufel schlug er Spuren in den Schnee: «Die Bergsteiger hatten Freude!» Das Vorhaben von Kurt Hess fing mit Radfahren an, dann folgte ein Berglauf, und schliesslich waren die Fähigkeiten des Bergsteigers gefragt. Ein Triathlon also.

Schmunzelnd quittiert das Publikum den Hinweis von Hess, dass er im Hochgebirge zwei Bergführer engagiert hat. Er brauchte schliesslich immer einen, der sein Tempo mitgehen konnte. Am 29. August um 9.03 Uhr morgens erreichte Kurt Hess sein Ziel, die Dufourspitze. «Ich habe elf Jahre daran gedacht und tausende von Stunden investiert», resümiert Kurt Hess. Man kann sein Glücksgefühl erahnen.

Geehrt wurden zudem die Pink Ladies, das sind Pamela Wehrli, Chantal Buchser, Marina Brugger und Helene Abbühl. Sie haben 2015 zum dritten Mal in Folge in ihrer Aerobic-Kategorie den Meistertitel geholt.

Samuel Montibeller und Dominic Sigrist wurden als erfolgreiche Judokas ausgezeichnet, während mit dem neunjährigen Schwinger Marco Leutwyler ein Nachwuchssportler geehrt wurde. Die erfolgreichsten Teams aus Unterkulm sind die Korbballerinnen (2. Rang 1. Liga) und die Tigersharks, das Unihockey-Team. Schliesslich erfuhr Roman Hufschmid aus Birmenstorf eine Ehrung für sein Engagement, ideell und finanziell, für das Gemeindeduell von schweiz.bewegt.

Den Anlass umrahmten die Musikgesellschaft Unterkulm-Teufenthal mit schmissigen Weisen zwischen Barfusspolka und Gilberte de Courgenay und die Barrenturner des STV.

Gemeindeammann Roger Müller warf einen Blick auf die Weltlage, die bis nach Unterkulm durchschlägt. Am Beispiel eines Freundes, der nach Australien ausgewandert ist, da eine Zeitlang arbeitslos war, nun erfolgreicher Unternehmer ist, versuchte er zu zeigen, was Integration meint. Von Flüchtlingen seien Respekt, Einsatz und Anstand einzufordern. Und das Bemühen ums Erlernen einer Landessprache. Er verdankte den Einsatz von Schulen und Bürgern.