Es ist sehr selten, dass in der Schweiz solch grosse Anlagen gebaut werden. Im konkreten Fall geht es um die Erweiterung einer bisherigen Schweinemästerei auf die gesetzlich erlaubte Maximalgrösse von 1500 Tieren. Gleichzeitig wird garantiert, dass die neuesten Tierschutzvorschriften, die mehr Platz für jedes Tier sowie Einstreu und Auslauf verlangen, eingehalten werden. Für zwei Millionen Franken bauen die Brüder Lüscher an der Suhrentalstrasse einen neuen Stall mit modernsten Gehegen für 700 Schweine – was ihnen auch weiterhin die Vermarktung über das Label Coop-Naturafarm ermöglicht.

An die Schweine werden unter anderem Nebenprodukte aus der Lebensmittelindustrie verfüttert, die im eigenen Betrieb speziell aufbereitet werden. Die Jungtiere werden mit einem Ausgangsgewicht von rund 25 Kilogramm angeliefert und bleiben, bis sie 110 Kilogramm wiegen. Das dauert gute 100 Tage. Dann werden sie abgeholt und zum Schlachthof gefahren.

Produktion wird rationalisiert

Die Familie Lüscher betreibt an der Suhrentalstrasse seit über 30 Jahren eine Schweinemast. Seither wurde der Betrieb laufend den aktuellen Anforderungen angepasst. Damit sie wirtschaftlich überleben können, wollen die Lüschers jetzt expandieren und ihre Produktion rationalisieren. Südlich der bestehenden Anlage geht das nicht, weil das dortige Gebiet als Grundwasserschutzareal ausgeschieden ist. Im Norden hingegen ist dies möglich.

Die Gemeinde hatte im Rahmen der Nutzungsplanungsrevision im Sommer 2016 der Erweiterung der bestehenden Speziallandwirtschaftszone «Hardmatt» zugestimmt und somit den Grundstein für den Ausbau gelegt. Daraufhin musste die Genehmigung der kantonalen Richtplanung durch den Bund abgewartet werden, bevor der Regierungsrat grünes Licht für die Umzonung geben konnte. Das ist nun vergangene Woche passiert.

Jetzt kanns also losgehen. Das Baugesuch liegt vom 23. Oktober bis 21. November öffentlich auf. Die Profilstangen lassen es erahnen: Das geplante, teilgedeckte Gebäude hat ein imposantes Ausmass: Es wird 45 Meter breit und rund 60 Meter lang (inklusive Vorbau für Futter- und Strohlager). Von aussen wirkt der U-förmige Stall geschlossen, der Auslauf für die Tiere befindet sich in einer Art Innenhof. Am südlichen Kopfende sind vier knapp zehn Meter hohe Futtersilos geplant, in jedem von ihnen können gegen 20 Tonnen Futter gelagert werden.

Moderne Emissionsanlagen

Für ein Vorhaben dieser Grössenordnung ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung nötig. Der Bericht ist während der öffentlichen Auflage ebenfalls einsehbar. Er kommt zum Schluss, dass der Neubau «keine erheblichen Auswirkungen auf die Umwelt und die Nachbarschaft zur Folge hat». Gegen die Geruchsemissionen wird eine moderne Lüftung, ein sogenannter Abluftwäscher, installiert.

Durch verschiedene Massnahmen im Bereich der Ammoniakreduktion steigen die Stickstoffemissionen trotz fast einer Verdoppelung des Tierbestands um nicht einmal ganz 20 Prozent an. Die Gülle und der Mist der Tiere können nicht auf den eigenen Feldern ausgebracht werden. Dafür ist die landwirtschaftliche Nutzfläche mit 6,38 Hektaren zu klein, die düngbare Fläche beträgt gar nur 5,75 Hektaren. Über 50 Prozent des Hofdüngers werden deshalb an Dritte abgegeben. Für entsprechende Lagerkapazitäten ist gesorgt.

Als ökologische Ausgleichsmassnahme werden zwischen Suhrentalstrasse und Neubau sechs Kirschbäume gepflanzt und eine Blumenwiese angesät.