Reinach
Frühere Druckerei ist jetzt eine Post-Zustellstelle

Früher wurde im Reinacher Imprimis-Gebäude gedruckt. Heute werden dort Briefe und Pakete sortiert. Die Post öffnete für einen Tag ihre Tore und liess Besuchern Einblick in den Alltag eines Briefträgers zu.

Peter Siegrist
Drucken
Briefträger Silvio Bertschi startet mit vollbepacktem Motorrad auf seine Samstagstour nach Beinwil am See. Peter Siegrist

Briefträger Silvio Bertschi startet mit vollbepacktem Motorrad auf seine Samstagstour nach Beinwil am See. Peter Siegrist

Am frühen Samstagmorgen gestatteten die Briefträgerinnen und Briefträger den zahlreichen Besuchern in Reinach einen Blick über die Schultern. Bevor Postmitarbeiter, im Fachjargon heute Zusteller genannt, auf ihre Tour gehen, sortieren sie die Briefpost ihres Abschnittes von Hand. Vor der grossen Fächerwand, einem Setzkasten ähnlich, stecken die Briefträger die Sendungen nach Strassen und Hausnummern geordnet in Fächer. Erst wenn alles eingesteckt ist, können die Mitarbeiter die fein sortierten Briefe in ihre Boxen oder Taschen stecken und losfahren.

Teamleiter Michael Erismann stellte den Besuchern die Zustellregion Reinach vor. Von hier aus werden die umliegenden Gemeinden Burg, Menziken, Pfeffikon LU, Reinach, Leimbach, Gontenschwil, Zetzwil, Beinwil am See und Birrwil bedient. So erklärt es sich auch, weshalb zum Beispiel der Beinwiler Briefträger Silvio Bertschi seinen Dienst in Reinach antritt. Auch die Post für Beinwil am See wird vom Postzentrum Härkingen per Lastwagen nach Reinach geliefert. Hier werden die gefüllten Boxen auf die Touren aufgeteilt und von den Postboten fein sortiert.

Briefträger kennt mehrere Touren

Erismann erklärte, dass dieses Logistiksystem – von Reinach aus auszuschwärmen – viel einfachere Abläufe bringe und zusätzlich den Personaleinsatz flexibler gestalten lasse. Der stellvertretende Leiter der Briefzustellregion Aarau, André Schlatter, sagte, dass heute ein Zusteller längst nicht mehr nur eine Tour kenne und absolviere. «Es ist üblich, dass ein Briefträger drei bis vier Touren im Wechsel bedient.» Damit seien auch Ferienablösungen und andere Ausfälle leichter zu kompensieren.

In Reinach treffen täglich rund 41200 Postsendungen ein. Mit Lastwagen werden die Rollcontainer nach fünf morgens angeliefert. Die 46 Mitarbeiter im Zustelldienst bedienen in der Region rund 11000 Haushaltungen. Je nach Tour sind sie mit Autos oder Benzin- und neuerdings mit Elektrorollern unterwegs.

Ausgeklügelte Logistik

Die Besucher konnten sich von der ausgeklügelten Logistik überzeugen, die nötig ist, damit die von der Post garantierte Pünktlichkeit bei der Zustellung überhaupt erreicht wird. «Im vergangenen Jahr erreichten 97,2 Prozent aller rechtzeitig aufgegebenen A-Post-Briefe ihr Ziel am folgenden Tag», erklärte André Schlatter. Bei der
B-Post kamen 98,5 Prozent innerhalb der garantierten Frist an. Dieses Resultat könne nur mit Teamarbeit und einer hochmodernen Logistik erreicht werden, sagten die Postmitarbeiter.

Eingeschriebenen Sendungen und Pakete werden heute mit Barcodes (Zebrastreifen) versehen und ins System eingelesen. So ist es möglich, ein Paket von der Aufgabe bis zur Lieferung zu verfolgen. Ebenso erfassen die Briefträger die eingeschriebenen Briefe bis zur Empfangsbestätigung durch den Kunden elektronisch.

In Reinach ist die Zustellstelle im Gebäude der ehemaligen Druckerei Imprimis untergebracht. Die Räume, alles auf einem Boden, sind grosszügig und lassen einen funktionalen Ablauf von der Anlieferung bis zur Wegfahrt der Zusteller zu.

Aktuelle Nachrichten