«Auf dem Friedhof Reitnau besteht bei den Urnengräbern ein Platzproblem», heisst es in einer Mitteilung der Gemeinde Wiliberg. Nun ändern die drei Gemeinden Reitnau, Attelwil und Wiliberg ihr Friedhofsreglement, um das Platzproblem einzudämmen: Sie verkürzen die Grabesruhe für Urnengräber auf dem gemeinsamen Friedhof Reitnau von 25 auf 20 Jahre.

20 Jahre Grabesruhe ist das Minimum, das die kantonale Bestattungsverordnung für alle Bestattungsarten vorgibt. Bis Ende 2009 schrieb der Kanton Aargau noch eine Mindestruhefrist von 25 Jahren vor. Die neue Ruhefrist in Reitnau gilt für alle Urnenbestattungen ab 1. Januar 2016. Bei Erdbestattungen beträgt die Grabesruhe weiterhin 25 Jahre.

Ein Ausbau der Urnengräber sei trotz des Platzproblems in den nächsten Jahren nicht nötig, sagt Ueli Hunziker, der zuständige Gemeinderat von Reitnau. «In nächster Zeit werden einige Gräber aufgehoben. Das und die kürzere Grabesruhe für Urnenbestattungen sorgt für genug Platz auf dem Friedhof, auch für die kommenden Jahre.»

Anders in Kölliken, wo die Grabesruhe für alle Bestattungsarten schon länger 20 Jahre beträgt und der Platz in der Urnenwand trotzdem knapp wird.

Von den 180 Nischen der Urnenwand sind die meisten besetzt, spätestens ab 2017 haben keine neuen Urnen mehr Platz. Darum soll bald eine zusätzliche Wand mit 192 Urnennischen gebaut werden: Das Baugesuch dafür liegt seit einigen Tagen auf.

Die aktuelle Urnennischenwand werde bis 2020 reichen, hiess es anno 2000, als die Urnennischenwand gebaut wurde. «Diese Prognose basiert noch auf den damaligen Bestattungswünschen», erklärt der Kölliker Gemeindeschreiber Felix Fischer.

Die Bestattungswünsche ändern sich markant, die Urnenwände gewinnen an Beliebtheit: In Kölliken rechnete man im Jahr 2000 damit, dass pro Jahr maximal die Asche von acht Toten in der Urnenwand bestattet wird.

Nun sind es bis zu fünfzehn jährlich. «Die Bürger wünschen sich je länger je mehr Gräber ohne Bepflanzung», sagt Fischer. Das gibt weniger Aufwand. «Wenn die Angehörigen nicht in der Nähe wohnen, ist eine Bestattung in der Urnenwand besonders beliebt», so Fischer.

Als Nebeneffekt der vielen Urnenwand-Bestattungen hat es auf dem Kölliker Friedhof je länger je mehr freien Platz, der zum Beispiel für Erdbestattungen benutzt werden könnte.

Bereits 2012 begann die Gemeinde mit den ersten Planungsschritten für eine neue Urnennischenwand. Bis 10. August liegt das Baugesuch für das 190 000 Franken schwere Projekt noch auf. Mit Baustart nach den Sommerferien soll die Erweiterung der Urnennischenwand bis 1. Oktober dieses Jahres fertiggestellt sein.