Unterkulm

Freude über die Denkpause: Wie es mit der und Strassen-Sanierung jetzt weitergeht

Die "Böhlerkreuzung" bei Hauptstrasse/Böhlerstrasse in Unterkulm.

Die "Böhlerkreuzung" bei Hauptstrasse/Böhlerstrasse in Unterkulm.

Nachdem der Grosse Rat vor zwei Wochen überraschend den 22,4-Mio-Kredit für die Sanierung der WSB und den Bau des Böhlerknotens (T-Knoten) für mindestens ein halbes Jahr sistiert hat, war die Spannung gross, wie die Unterkulmer an der gestrigen Gemeindeversammlung auf diesen Entscheid reagieren würden. Am Zug war primär die «IG Bahntunnel», die für eine Petition über 2000 Unterschriften (davon über 500 in Unterkulm) gesammelt hat. Sie ist, wie Hauptinitiant Kurt Hess gestern betonte, primär gegen die Eigentrassierung durch das ganze Dorf hindurch. Ziel sei eine kostengünstige Bahnsicherung für die Übergangszeit bis zum grossen Wurf, wahrscheinlich einem Bahntunnel.

Finanzieren könnten diesen die Unterkulmer nicht selber. Sie haben einen Steuerfuss von 115 Prozent (1 Steuerprozent gibt 50000 Franken). Das Budget 2020 ist an der gestrigen Versammlung grosmehrheitlich genehmigt worden. Kaum Gehör fand ein Antrag, den Betrag für die Planung der WSB-Sanierung zu streichen. Die Gemeinde zur Bezahlung gesetzlich verpflichtet.

Dank für das «grosse Engagement der Bevölkerung»

Der Gemeinderat reagierte mit eiern Umarmungsstrategie auf den Zwischenerfolg der Tunnel-Anhänger. «Dem grossen Engagement der Bevölkerung haben wir es zu verdanken, dass der Grosse Rat die Sistierung beschlossen hat», erklärte Gemeindeammann Emil Huber (parteilos). Und: «Wir schätzen, was ihr gemacht habt. Das war enorm wichtig.»

Selbstkritisch fügte Huber an, der Gemeinderat sei von regierungsrätlichen Botschaft mit dem Kreditantrag überrascht worden. Zuvor hatte er, nachdem es eine erste starke Opposition gegeben hatte, gegen den «Böhler-Kreisel» gekämpft. Unter anderem mit einer Einwendung, über die es noch keine Verhandlung gegeben hat. Genau gleich wie bei allen anderen Einsprachen.

«Wir sind gespannt auf die neuen Ideen»

In einem 1. Marschhalt entwickelte der Kanton dann die Lösung mit dem «T-Knoten». Der Gemeinderat hielt diese für realisierbar. Sie hätte im ersten Quartal 2020 aufgelegt werden sollen. Also hätten die Unterkulmer erst nach dem Entscheid des Kantonsparlaments konsultiert werden sollen. «Der Grosse Rat hat das Projekt nun mit dem Auftrag sistiert, dass die Bevölkerung mehr involviert wird», so Huber. Als faktisch einen 2. Marschhalt verfügt.

Wie geht es jetzt weiter? «Die Details über das weitere Vorgehen werden bis Ende Jahr geklärt», sagte Huber. Der Kanton habe versichert, es werde ein offenes Dialogverfahren durchgeführt. «Geben Sie dem Kanton und uns Zeit, das weitere Vorgehen zu entwickeln», appellierte Huber an die Gemeindeversammlungs-Teilnehmer. Er liess durchblicken, dass er die Hoffnung auf eine bessere Lösung noch nicht ganz aufgegeben hat: «Wir sind gespannt auf die neuen Ideen.»

Die Beteiligung an der gestrigen Gemeindeversammlung war mit 5,3 Prozent (97 von 1825 Stimmberechtigten) überdurchschnittlich aber angesichts des emotionalen Themas nicht überragend.

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Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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