Hochseilartist

Freddy Nock wagt seinen verrücktesten Weltrekordversuch

Fredy Nock zeigt die Strecke im Engadin. Rechts läuft er blind mit dem undurchsichtigen Helm auf dem 350 Meter langen Seil in Uerkheim.

Fredy Nock zeigt die Strecke im Engadin. Rechts läuft er blind mit dem undurchsichtigen Helm auf dem 350 Meter langen Seil in Uerkheim.

Hochseilartist Freddy Nock startet am 21. März zu seiner neuesten Herausforderung auf über 3000 Metern im Gebirge. Bei einem spektakulären Event im Oberengadin will er gleich drei Weltrekorde brechen.

Auf einem Seil zwischen zwei Bergen zu laufen, ist ein lang gehegter Wunsch des Hochseilartisten Freddy Nock aus Uerkheim. Sein Vorhaben setzt er – wenn es das Wetter zulässt – nun am 21. März zwischen dem Biancograt am Piz Bernina und dem Piz Prievlus im Oberengadin in die Tat um.

Für Freddy Nock standesgemäss, balanciert er ohne jegliche Sicherung. Als Steigerung läuft er mit einem speziell angefertigten Helm, der vollkommen licht- und blickdicht ist. Er balanciert also faktisch blind über das Seil.

St. Moritz, 21. März 2015: «The Sky is the Limit», lautet dann Freddy Nocks Motto. Bereits im Alter von vier Jahren begann der fünffache Familienvater mit den ersten Laufversuchen auf dem Seil. Nach einer erfolgreichen, weltweiten Zirkuskarriere etablierte er sich als Hochseil-Soloartist und Extremsportler. Zahlreiche Rekorde, Weltmeistertitel und Einträge im Guinness-Buch der Rekorde zeugen von einem herausragenden Ausnahmetalent.

Übers Seil mit der GoPro: Freddy Nock beim Training für seinen nächsten Weltrekord-Versuch in Pontresina.

Übers Seil mit der GoPro: Freddy Nock beim Training für seinen nächsten Weltrekord-Versuch in Pontresina.

Am 21. März um 11 Uhr startet Freddy Nock zu seinem bisher verrücktesten Weltrekordversuch. Dann fliegt er von der Diavolezza auf den Biancograt, von wo er eine Stunde später, um 12 Uhr, einen weiteren Rekord in Angriff nehmen wird. «Wenn ich das schaffe, habe ich das bisher Grösste erreicht in meiner Karriere», sagt Freddy Nock nach einem harten sechsstündigen Trainingstag.

Von der Vision zur Realität

Bei diesem spektakulären Event wird Freddy Nock gleich drei Weltrekord-Versuche auf einmal unternehmen. Das hochalpine Gelände um den Piz Bernina (4049 m) liegt inmitten einer atemberaubenden Gletscherwelt im Oberengadin. Der Lauf auf dem 18 mm dicken Kunststoffseil führt ihn über die Fuorcla Prievlusa. Der Start am Biancograt liegt auf 3532 Meter über Meer. Nach 347 Metern Distanz und 50 Metern Höhenunterschied balancierend auf dem Seil, erreicht Freddy Nock den Piz Prievlus auf 3285 Meter über dem Meeresspiegel.

Weltbestleistung Nr. 1 bei diesem Versuch im Engadin bedeutet Seillauf über eine Distanz von 347 Metern mit blickdichtem Spezialhelm. Bei dem 2. Weltrekordversuch handelt es sich um eine noch nie da gewesene Lauf- und Balancierleistung in einer Höhe von mehr als 3500 Metern über Meer. Mit 1000 Meter Luft und möglicher Fallhöhe unter den Füssen wird Freddy den 3. Weltrekord im selben Event in Angriff nehmen.

Nocks beherrschen das Hochseil

Die weltbesten Seilläufer treffen sich gelegentlich für ein Kräftemessen. Im Oktober 2014 konnte Freddy Nock in China über zwei Weltklasseläufer triumphieren. Aisikaier Wubulikaisimu, der Weltrekordhalter aus China, forderte Maurizio Zavatta aus Italien und den Schweizer Freddy Nock zu einer Challenge heraus. Eine 18 Meter lange Stange wurde dabei zwischen zwei Heissluftballons gespannt.

Freddy Nock bei seinem Weltrekordversuch in China

Freddy Nock bei seinem Weltrekordversuch in China

In 60 m Höhe galt es, die Strecke in weniger als 38 Sekunden zu laufen. Freddy Nock gewann den Wettkampf in 7,4 Sekunden und wird dementsprechend als Weltrekordhalter im Guinness-Buch der Rekorde geführt. Leider kam bisher noch keine Challenge zwischen Bello Nock, Nick Wallenda, beides amerikanische Spitzenseilläufer, und Freddy Nock zustande.

Harte Trainings in Uerkheim

An seinen Wohnort in Uerkheim trainiert Freddy Nock seit Wochen auf einem über Äcker gespanntem 350 Meter langen Seil. Vom 13. bis 20. März holt er sich den letzten Schliff in St. Moritz beim öffentlichen Training am Hotel Waldhaus am See. Dort wird er täglich zweimal beim Seiltraining zu beobachten sein.

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