Uerkheim

Freddy Nock: Der Mount Everest ist sein grosses Ziel

Freddy Nock übt blind mit dem undurchsichtigen Helm auf dem 350 Meter langen Seil in Uerkheim.

Freddy Nock übt blind mit dem undurchsichtigen Helm auf dem 350 Meter langen Seil in Uerkheim.

Hochseilartist Freddy Nock äussert sich im Interview zu seinem neusten Dreifachweltrekordversuch im Oberengadin und zur Tatsache, dass er auch das Stürzen vom Seil übt.

Freddy Nock, Sie wollen am 21. März, im Oberengadin auf 3500 Metern über Meer, 347 Meter blind über ein Seil laufen. Links und rechts geht es 1000 Meter in die Tiefe, sind Sie ein Wahnsinniger?

Freddy Nock: (lacht) Ich denke nicht, ich mache alles aus Leidenschaft. Klar strebe ich immer verrücktere Rekorde an, doch was jetzt im Engadin geplant ist, gehört zum Höhepunkt meiner bisherigen Karriere. Bereits 2011 habe ich an diesem Projekt herumstudiert. Als ich bei meinem letzten grossen Weltrekord (7 Rekorde in 7 Tagen, Anm. der Red.) auf der Diavolezza ankam, sah ich diese zwei Berge und sagte mir, hier werde ich einmal blind laufen.

Wie bereitet man sich auf so einen Weltrekord vor?

2011 haben die ersten Trainings für diesen Rekordversuch begonnen. Seither lief auch neben dem Seil sehr viel. Wir mussten viele Bewilligungen einholen, vor Ort Verankerungen montieren und ganz viele Dinge organisieren. Nun folgt der Endspurt, ich freue mich.

Warum soll es diesmal gleich ein Dreifachweltrekord werden?

Es ist die grosse Herausforderung, die mich motiviert. Ich habe in den letzten fast zwei Monaten in Uerkheim intensiv trainiert, habe über einem Acker extra ein langes Hochseil montiert und dort auch Stürze trainiert. Ich möchte meine Rekorde bewusst ungesichert und blind laufen.

Übers Seil mit der GoPro: Freddy Nock beim Training für seinen nächsten Weltrekord-Versuch in Pontresina.

Übers Seil mit der GoPro: Freddy Nock beim Training für seinen nächsten Weltrekord-Versuch in Pontresina.

Sie trainieren auch das Stürzen?

Ja natürlich, alles andere wäre ja lebensgefährlich. Man muss ja wissen, was passiert, wenn man fällt und wie man sich retten kann. Ich bereite mich aber immer auf alle möglichen Eventualitäten vor und das trainiere ich regelmässig. Eine Auswahl an Sturzvideos kann man auf meiner Internetseite anschauen.

Wie orientieren Sie sich beim Blindlaufen?

Wenn man blind läuft, fokussiert man sich auf die Füsse, das Gefühl und die innere Balance.

Freddy Nock bei seinem Weltrekordversuch in China

Freddy Nock bei seinem Weltrekordversuch in China

«The Sky is the Limit» heisst Ihr Motto. Gibt es für Sie überhaupt ein Limit?

Nein, für mich gibt es kein Limit, ich möchte später noch höher hinaus, zum Beispiel auf den Mount Everest oder so. An Ideen mangelt es nicht. Aber zuerst möchte ich diesen Dreifachweltrekord schaffen.

Haben Sie bereits weitere Weltrekordideen im Kopf?

Ja sicher, denn aus einem Rekord heraus wachsen immer neue Ideen, aber wie gesagt, ich will erst diesen Rekord schaffen. Dann sehen wir weiter.

Hochseilartist Freddy Nock wagt sich zu seinem Geburtstag auf das Hochseil am Schilthorn

Hochseilartist Freddy Nock wagt sich zu seinem Geburtstag auf das Hochseil am Schilthorn

Macht man sich in Ihrem Umfeld
eigentlich keine Sorgen?

Nein, gar nicht. Ich trainiere ja täglich dafür und mein Umfeld sieht, dass ich seriös arbeite.

Was läuft bis zum Rekordversuch
am 21. März noch alles ab?

Ich habe am Dienstag in St. Moritz meine Trainingsanlage mit einer Länge von 120 Metern in rund 20 Metern Höhe aufgebaut. Ich werde in den kommenden Tagen noch jeweils rund vier bis fünf Stunden trainieren, um ein gutes Gefühl zu haben. Und am 21. März gilt es dann ernst.

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