Muhen
Frau Gemeindeammann Wüthrich gibt ihren Sitz kampflos ab

Weil Gemeinderat Andreas Urech kandidiert, wird Cornelia Wüthrich ihr Amt nicht verteidigen. «Wenn ich als Ammann nicht wieder gewählt werden würde, stünde ich im Januar nicht so gut da», sagt sie.

Christine Fürst
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«Der Entscheid ist mir schwergefallen, ich wäre gerne länger als Ammann tätig gewesen.» Cornelia Wüthrich (SP), Gemeindeammann Muhen

«Der Entscheid ist mir schwergefallen, ich wäre gerne länger als Ammann tätig gewesen.» Cornelia Wüthrich (SP), Gemeindeammann Muhen

Beinahe hätte sich in Muhen eine Kampfwahl um den Sitz des Gemeindeammanns angebahnt. Denn die amtierende Frau Gemeindeammann Cornelia Wüthrich (SP) wollte noch eine weitere Amtsperiode anhängen. Doch mit der Kandidatur von Gemeinderat Andreas Urech (SVP) hat sie nicht gerechnet.

«Nicht auf Wahlkampf einlassen»

Aufgrund dieser Situation will Cornelia Wüthrich nicht mehr als Gemeindeammann kandidieren und sich im September als Gemeinderätin zu Wahl stellen. «Wenn ich als Ammann nicht wieder gewählt werden würde, stünde ich im Januar nicht so gut da», sagt sie.

Damit spricht sie ihre Anstellung als Kindergärtnerin in Kölliken an. Während ihrer Zeit als Gemeindeammann von Muhen konnte sie die Stellenprozente ein wenig zurückschrauben, wäre sie aber nicht mehr Ammann, ist Wüthrich auf mehr Stellenprozente angewiesen.

Und weil Urech Kandidat der SVP ist, sagt sie: «In Muhen gibt es mehr SVP-Wähler, in dieser Situation kann ich mich nicht auf einen Wahlkampf einlassen.»

Deswegen hat sie sich entschieden, nicht als Gemeindeammann zu kandidieren und hat nun bereits auf das neue Schuljahr hin die Stellenprozente erhöhen können. «Der Entscheid ist mir schwergefallen, ich wäre gerne länger als Ammann tätig gewesen», sagt sie. Vier Jahre seien kurz, zu kurz, um viel zu erreichen.

SVP will Sitz zurück erobern

Mit der Kandidatur von Andreas Urech will die SVP den Sitz des Ammanns zurück erobern. Denn dieser war vor der Wahl von Cornelia Wüthrich lange in bürgerlicher Hand. «Die Freude am Amt und die Verbundenheit mit dem Dorf haben mich dazu bewogen, zu kandidieren», sagt Urech.

Seit sechs Jahren ist er Gemeinderat. Er sei davon ausgegangen, dass auch Cornelia Wüthrich kandidieren werde, «auch mit dem Risiko, nicht gewählt zu werden.»

«Andreas Urech konnte infolge beruflicher Weiterbildung vor vier Jahren nicht kandidieren, doch nun haben wir mit ihm einen hervorragenden Kandidaten», sagt Hans Hunziker, Präsident der SVP Muhen. Urech habe sich nun durch seine Zeit im Gemeinderat grosse Kenntnisse in verschiedenen Dossiers angeeignet.

Zwischen der SP und der SVP, den beiden aktiven Ortsparteien, hätte es immer wieder Wahlkämpfe gegeben, «aber wir haben keinen Streit», betont Hunziker. «Mit dieser Kandidatur wollten wir den Bürgern die Wahlmöglichkeit geben», sagt er, «wir hätten auch eine Kampfwahl in Kauf genommen.»

Unterstützung für Gemeinderat

Doch nun wird Wüthrich ihren Sitz als Frau Gemeindeammann abgeben. Hunziker sichert Wüthrich zu: «Sie hat von der SVP die volle Unterstützung, dass sie Gemeinderätin bleiben kann.» Und das will Cornelia Wüthrich auf jeden Fall bleiben: «Ich möchte die Dinge, die ich angefangen habe, zu Ende bringen können.»

An den Gemeindewahlen im September wird zudem ein Gemeinderatssitz neu zu besetzen sein, weil Adolf Lüscher (SP) demissioniert. «Wir haben dafür Romain Haller nominiert», sagt Wüthrich, die zugleich auch Präsidentin der SP Muhen ist.

Diese Kandidatur soll laut Hunziker auch von der SVP unterstützt werden, denn «mit drei SVP-Sitzen im Gemeinderat sind wir gut aufgestellt.»

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