Reinach/Oftringen

Franzosen machen sich in Karin Bertschis Branche breit

Die Franzosen haben in Oftringen Grosses vor. Sie wollen auf dem Areal unmittelbar neben der A1 eine neue Recycling-Halle aufstellen. Die Paprec-Gruppe beschäftigt weltweit 8000 Mitarbeiter.

Die Franzosen haben in Oftringen Grosses vor. Sie wollen auf dem Areal unmittelbar neben der A1 eine neue Recycling-Halle aufstellen. Die Paprec-Gruppe beschäftigt weltweit 8000 Mitarbeiter.

In was für einem interessanten Markt die Wynentalerin Karin Bertschi tätig ist, zeigt eine Übernahme in Oftringen. Dort hat der französische Recycling-Riese Paprec das Entsorgungszentrum Wiggertal erworben.

«Wir möchten gerade in der recyclingaffinen Schweiz noch grösser werden», erklärt Paprec-Chef Jean-Luc Petithuguenin. Er hat die Firma vor 25 Jahren gegründet und zu einem internationalen Konzern mit mittlerweile 8000 Angestellten und einem jährlichen Umsatz von 1,7 Milliarden Franken aufgebaut. In der Schweiz beschäftigt Paprec an neun Standorten rund 180 Personen. Hinzu kommen jetzt die acht Fest- und fünfzehn Teilzeitangestellten der Recycling- und Entsorgungscenter Wiggertal AG (Rewag) in Oftringen unmittelbar neben der A1.

Geschäftsführer Erich Müller und sein Geschäftspartner Hans Heiniger machen mit dem Verkauf einen Strich unter eine Erfolgsstory: Seit neun Jahren ist der Entsorgungsspezialist in Oftringen am Markt, von Anfang an habe man mit Gewinn gearbeitet, sagt Müller. «Jetzt bin ich stolz, mein Lebenswerk an die Paprec Group weiterzugeben, die vergleichbar ist mit Grossunternehmen wie Franke, Omya, Siegfried und Müller Martini.» Er habe «viel Herzblut» in die Rewag investiert. Innerhalb der Paprec-Gruppe bieten sich ihm nun neue Perspektiven.

Paprec will ausbauen

Der Steuersitz der Rewag soll in Oftringen bleiben. Christophe Gence, Verwaltungsrats-Delegierter und CEO der Paprec Schweiz, verspricht eine positive Entwicklung sowohl für die Kunden als auch die Mitarbeitenden. Preisanpassungen seien weder für Gross- noch Kleinkunden eingeplant. «Dafür gibt es keinen Grund», sagt Gence. «Die Rewag ist eine starke und regional etablierte Firma. Auch dank des Geschäftsleiters Erich Müller, und wir sind froh, dass er uns erhalten bleibt.»

Konkret will die Firma Paprec in Oftringen mittelfristig eine weitere, noch grössere Halle bauen, in der die Dienstleistungen unter einem Dach vereint sind: Papier, Kunststoff, Elektroschrott, Bauschutt, Glas – alles ist hier entsorgbar.

Die Recycling- und Mulden-Services bleiben ebenfalls erhalten. Hinzu kommen neue Angebote wie etwa die Papier- und Kartonsammlung für Gemeinden. Durch den Zusammenschluss mit den Branchenleadern Reisswolf und Data Ex 4000, die ebenfalls zur Paprec-Holding gehören, baut die Firma in Oftringen zudem ihre Leistungen in der Aktenvernichtung stark aus.

Die Paprec Schweiz AG ist ein Schweizer Unternehmen in Basel, das zur französischen Paprec Group gehört. Der Konzern erhält mit Oftringen einen zentralen Standort im Mittelland. «Wir wollen weiter wachsen», erklärt Christophe Gence, «weshalb die Lage im goldenen Dreieck zwischen Zürich, Bern und Basel optimal ist.» Die Mitarbeiter würden übernommen und zudem gefördert. Es sei das Ziel, sagt Gence, dass die Rewag eigenständig handeln kann. «Dazu ist deren Eingliederung in unsere Gruppe sehr wichtig.»

Auch Erich Müller verspricht: «Der Übergang wird reibungslos stattfinden.» Mit dem Übergang in die Paprec-Gruppe erhält die Rewag ausserdem Zugang zu neuen Absatzmärkten im europäischen Raum.

Für Natur und Kunde

Christophe Gence sagt, mit dem verdichteten Niederlassungsnetz und dem neuen Standort im Aargau könne die Paprec noch näher an den Kunden sein. Zudem werde die Umwelt weniger belastet. Es sei zwar nicht auszuschliessen, dass mit dem Ausbau der Rewag der Verkehr punktuell zunimmt, Gence betont aber: «Der Verkehr auf dem Schweizer Strassennetz ist heute schon da. Die Langstreckenfahrten können wir durch ein engmaschigeres Standortnetz aber verkürzen.» Das sei letztlich auch besser für die Umwelt.

Nachhaltigkeit stehe für den Konzern an oberster Stelle, versichert der Paprec-CEO weiter. Nur durch dieses Verantwortungsbewusstsein und einen innovativen Unternehmergeist habe die Gruppe überhaupt so stark wachsen können. Daran werde sich das Unternehmen auch in Zukunft – und auch in Oftringen – orientieren.

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