Wynental
Fischer Reinach expandiert und übernimmt deutschen Metallverarbeiter

Das Familienunternehmen Fischer Reinach erhöht seine Beteiligungen an der deutschen etka Stanz- und Biegetechnik Verwaltungs-AG von 26 auf 91 Prozent. Damit will das Schweizer Unternehmen seine Position auf dem internationalen Markt stärken.

Rahel Plüss
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Bei der Fischer Gruppe am Standort Reinach sind derzeit 175 Mitarbeitende beschäftigt, in Füssen sind es 160.

Bei der Fischer Gruppe am Standort Reinach sind derzeit 175 Mitarbeitende beschäftigt, in Füssen sind es 160.

zvg

Die Fischer Reinach AG baut aus: Das Familienunternehmen erhöht seine bisherige Beteiligung an der deutschen Zetka Stanz- und Biegetechnik Verwaltungs-AG von 26 auf 91 Prozent. Damit übernimmt die Wynentaler Firma die strategische Führung des deutschen Metallverarbeiters mit Sitz in Füssen. Mit diesem Schritt will das Schweizer Unternehmen seine Position auf dem internationalen Markt stärken.

Heisst das, der Produktionsstandort im Wynental verliert an Bedeutung? «Keineswegs», versichert Peter Fischer, Delegierter des Verwaltungsrats der Fischer Reinach AG auf Anfrage. «Im Gegenteil, dies ist keine Verlagerung, dies ist eine Ergänzung der Standorte.» Ein Stellenabbau im Wynental sei – genau wie bei der ersten Beteiligung an der Zetka AG vor zwei Jahren – derzeit kein Thema. Auch solls in Deutschland so weitergehen, wie bisher.

«Wir sind ein Familienunternehmen mit einer 175-jährigen Geschichte und keine Investmentgesellschaft, die Firmen kauft, aushöhlt und anschliessend in Einzelteilen wieder auf den Markt bringt», so Fischer. Die Zetka AG, ebenfalls ein Familienunternehmen, könne auf eine vergleichbare Firmengeschichte zurückblicken. Das verpflichte. «Die emotionale Nähe spielt eine wichtige Rolle.»

Mehr Aufträge für die Schweiz

Das Sortiment der beiden Unternehmen ergänzt sich. Basierend auf vergleichbaren Technologien produziert die Zetka AG Kleinstteile wie Kontakte oder Steckverbindungen für die Automobil-, Elektro- und Elektronikindustrie. Bei Fischer Reinach werden derweil komplexere Konstruktionsteile für die Beschläge-, Elektro-, Automobil- und Bauzulieferindustrie gefertigt. «Damit erweitern wir nicht nur unser Produktspektrum, sondern können auch vom Kundenstamm und den Beziehungen der Zetka AG profitieren», sagt Peter Fischer. «Die Diversifikation der Geschäftsfelder stützt auch den Standort in der Schweiz.» Denn dadurch liessen sich letztlich auch mehr Aufträge für die Schweiz generieren.

Diese Investition – über Zahlen schweigt sich das Familienunternehmen aus – ist nicht zuletzt eine Reaktion auf die harschen Bedingungen seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses. Darauf angesprochen, nimmt Peter Fischer kein Blatt vor den Mund: «Der massiv überbewertete Franken und die Profilierungsneurosen diverser Politiker, die mit immer schädlicheren, übertriebenen Volksinitiativen den Wirtschaftsstandort Schweiz massiv schwächen, zwingen uns, neue Wege zu finden und zu beschreiten.» Eins ist klar: Mit dieser Übernahme hat die Fischer Reinach AG keinen kleinen Fisch an Land gezogen, sind die beiden Unternehmen doch punkto Mitarbeiterzahl vergleichbar: Am Standort Reinach sind derzeit 175 Mitarbeitende beschäftigt, bei der deutschen Zetka AG in Füssen sind es 160 Angestellte.