Auf dem Gelände der Firma Bertschi im Reinacher Industriegebiet türmt sich das Material: Chromstahl, Eisen, Holz, Kunststoff, Papier und Karton, um einiges aufzuzählen.

Unsortierte Haufen liegen da nicht lang herum. Das von Firmen und Privaten angelieferte Material wird aussortiert, verladen und gezielt der Wiederverwertung zugeführt. Die Firma Bertschi mit ihrem Muldenservice und der Sammelstelle Recyclinghof ist eine Drehscheibe im Prozess der Wiederverwertung.

Jetzt baut die Firma auf ihrem Gelände eine dritte Halle. «Auch hier für die Wiederverwertung», sagt Chefin Monika Bertschi, «wir bauen die gleiche Halle wie für das Recyclingparadies.» Die bekannte grüne Halle misst 63×30 Meter. «In der neuen Halle realisieren wir eine Pilotanlage für die Verarbeitung von Papier und Karton», so Monika Bertschi.

Alle vier Kinder sind mit von der Partie

Auf einem Rundgang zeigt die Seniorchefin Berge von Altpapier, welches von einer Schul-Papiersammlung herrührt Zeitungen, gebündelt wie gewünscht, aber leider auch Karton, TetraPak und gelegentlich versteckter Abfall stecken darunter. «Oder hier oben liegt sehr viel ‹weisses Papier›, das ist wertvoller», erklärt Monika Bertschi. Da wollen Bertschis noch eine Verbesserung herbeiführen.

In der neuen Halle wird eine Sortieranlage installiert, die es erlaubt, das Altpapier auszusortieren. «Damit holen wir wertvolle Rohstoffe heraus, erhöhen die Wertschöpfung», erklärt Bertschi.

Auf der neuen Anlage wird das Material auf einem Förderband durch eine Sortierkabine befördert und von Hand aussortiert. Acht Personen arbeiten am Band, trennen Zeitungspapier, Weisspapier, Zeitschriften und Abfall. Was nicht auf dem Band weiter zur Ballenpresse fährt, wird direkt in kleinere Container geworfen. Karton wird zu grossen Paketen gepresst und auf Lastwagen verladen.

Die Firma Bertschi schafft neue, einfache Arbeitsplätze, zum Beispiel für Menschen, die wieder via IV oder RAV in den Arbeitsprozess integriert werden sollen.

Die Pforte Arbeitsmarkt im Oberwynental ist die Vermittlungs- und Beratungsstelle für die Unternehmer. «Hat jemand wieder Tritt gefasst im Arbeitsprozess, ist eine andere Anstellung durchaus möglich», erklärt Sabine Bertschi. Sie ist im Betrieb für Handel und Kunden zuständig.

Familienunternehmen blüht auf

Nebst den Eltern Monika und Albert Bertschi arbeiten in der Familien-AG der Sohn und die drei Töchter mit. Alle sind am Unternehmen beteiligt. «Unsere Familie lebt den Recyclinggedanken», sagt die Firmenchefin, «bis hin zu den Recyclingmöbeln im Bürocontainer.»

Die Baubewilligung für das 1,5-Millionen-Projekt mit der neuen Halle liegt vor. Dank der Unterstützung der Gemeinde hätten sie alle Bewilligungshürden speditiv geschafft.

Die Firma investiert bewusst in Reinach. Weil hier sortiert werde, so Bertschi, könnten Transporte eingespart und Arbeitsplätze geschaffen werden. Bereits heute werde in der Schweiz viel wiederverwertet, aber das vom Bund für 2030 anvisierte Ziel liege noch höher. «Da gibt es noch viel zu tun.»