Schöftland
Faszination für Jung und Alt: Wenn grosse «Buben» kleine Eisenbahnen bauen

Tag der offenen Tür bei den Suhrentaler Modelleisenbähnlern. Am Samstag öffnete der Verein sein Lokal, und einmal mehr wurde deutlich: Gewisse Hobbys werden vererbt, oder zumindest hilft man einander innerfamiliär.

Peter Weingartner
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Werner Rohr mit einem seiner Busse
14 Bilder
Werner Rohr greift ein
Suhrentaler Modeleisenbähnler
Sie hat die Übersicht
Verkehr im Gebirge
Schau mal
Reger Verkehr
Jung und Alt ist fasziniert
Faszination pur
Der Fachmann erklärt
Da kommt ein Zug
Auch Kinder lassen sich packen
Blick vom Steuerpult auf die Anlage
Auch die Umgebung stellt Herausforderungen

Werner Rohr mit einem seiner Busse

Peter Weingartner

Auf welchem mitteleuropäischen Schlossdach sitzt ein Pinguin? Auf der Anlage des Vereins Modellbahn Suhrental! Die Modellbauer– 12 Aktiv- und 6 Passivmitglieder – haben zu allem Sinn für Ästhetik und technischem Sachverstand auch noch Humor. Am Samstag öffnete der Verein sein Lokal, und einmal mehr wurde deutlich: Gewisse Hobbys werden vererbt, oder zumindest hilft man einander innerfamiliär.

500 Meter misst das Schienennetz der Anlage der Suhrentaler Modelleisenbähnler an der Aarauerstrasse Schöftland. Dazu kommen 120 Weichen, die gestellt werden. Und dann die Kabel: Allein die Rückmeldekabel fürs Programmieren der Züge sind zwei Kilometer lang. Am Samstag fuhren 23 Züge, das Ziel sind 50.

Fantasie ist gefragt, wenns um die Details geht. So könne aus einem Zahnpastatubendeckel ein Blumenkübel werden. Hadorn selber hat ein Modell der Waldhütte von Muhen gebaut, aus Fleischspiessliholz: ein gelungenes Werk. «23 Züge sind unterwegs, elektronisch gesteuert», sagt Vereinspräsident David Müller. Und das Werk ist ausbaubar: Am Computer zeigt er, was im grossen Rahmen geplant ist. Was gebaut wird, entscheidet jeweils für ein Jahr die Generalversammlung. Man sucht den Konsens. Und dann sind die Männer montags und dienstags, ab 18.30 Uhr an der Arbeit. Oder am Spielen.

Nicht nur Züge sind unterwegs, auch Busse drehen ihre Runden. Dafür ist Werner Rohr zuständig: Er hat sozusagen diversifiziert. «Sie bewegen sich mit Batterien», sagt er. Damit sie jede Kurve kriegen, ist die Strasse verkabelt, und die Busse haben unten einen Fühler. Rohr ist die Landschaft inzwischen wichtiger als die Bahn. «Das Häuserbauen würde mir gefallen», meint Besucherin Andrea Lüscher aus Uerkheim. Was hält sie davon ab, mitzumachen? «Der Umgang mit Strom liegt mir weniger», sagt die junge Frau.

Noch ist nicht die Hälfte des Raumes «überbaut», und auch in der bestehenden Anlage gibts noch Geleise im Niemandsland. Eine Stadt und ein Bergdorf sollen darum herum entstehen. Und wo im Suhrental steht ein Känguru am Zebrastreifen? Genau.