Auf welchem mitteleuropäischen Schlossdach sitzt ein Pinguin? Auf der Anlage des Vereins Modellbahn Suhrental! Die Modellbauer– 12 Aktiv- und 6 Passivmitglieder – haben zu allem Sinn für Ästhetik und technischem Sachverstand auch noch Humor. Am Samstag öffnete der Verein sein Lokal, und einmal mehr wurde deutlich: Gewisse Hobbys werden vererbt, oder zumindest hilft man einander innerfamiliär.

So präsentiert der Junior eines Modellbauers in der Festwirtschaft, dem Bahnhofbuffet, das Kuchenbuffet. Und wer wird die Kuchen gebacken haben? «Frauen sind herzlich willkommen», sagt Modellbauer Dani Hadorn, der sich vor allem auf den Geländebau versteht. Er attestiert Frauen «ein besseres Auge und eine bessere Hand» und spricht damit neben dem guten Geschmack auch die Feinmotorik an, die es beim Zusammenbauen von Häuschen braucht.

Fantasie ist gefragt, wenns um die Details geht. So könne aus einem Zahnpastatubendeckel ein Blumenkübel werden. Hadorn selber hat ein Modell der Waldhütte von Muhen gebaut, aus Fleischspiessliholz: ein gelungenes Werk. «23 Züge sind unterwegs, elektronisch gesteuert», sagt Vereinspräsident David Müller. Und das Werk ist ausbaubar: Am Computer zeigt er, was im grossen Rahmen geplant ist. Was gebaut wird, entscheidet jeweils für ein Jahr die Generalversammlung. Man sucht den Konsens. Und dann sind die Männer montags und dienstags, ab 18.30 Uhr an der Arbeit. Oder am Spielen.

Nicht nur Züge sind unterwegs, auch Busse drehen ihre Runden. Dafür ist Werner Rohr zuständig: Er hat sozusagen diversifiziert. «Sie bewegen sich mit Batterien», sagt er. Damit sie jede Kurve kriegen, ist die Strasse verkabelt, und die Busse haben unten einen Fühler. Rohr ist die Landschaft inzwischen wichtiger als die Bahn. «Das Häuserbauen würde mir gefallen», meint Besucherin Andrea Lüscher aus Uerkheim. Was hält sie davon ab, mitzumachen? «Der Umgang mit Strom liegt mir weniger», sagt die junge Frau.

Noch ist nicht die Hälfte des Raumes «überbaut», und auch in der bestehenden Anlage gibts noch Geleise im Niemandsland. Eine Stadt und ein Bergdorf sollen darum herum entstehen. Und wo im Suhrental steht ein Känguru am Zebrastreifen? Genau.