Triengen
Fasnachtsartikel-Laden zieht Narren aus der ganzen Schweiz ins Suhrental

Die Fasnacht hat den Kanton Aargau fest im Griff. Der Fasnachtsartikel-Laden der Familie Gut sorgt besonders für Aufsehen. Fasnacht-Fans aus der ganzen Schweiz pilgern deswegen ins Surental.

Peter Weingartner
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Selbst den Tod gibts im Fasnachtsartikel-Laden ab der Stange zu kaufen. In der fünften Jahreszeit ist hier Hauptsaison, aber auch in der übrigen Zeit keineswegs tote Hose. «Hochzeiten, Firmenfeste, Hotels, die mit den Gästen Partys machen: Es ist das ganze Jahr über etwas los», sagt Inhaberin Mägi Gut.

Selbst den Tod gibts im Fasnachtsartikel-Laden ab der Stange zu kaufen. In der fünften Jahreszeit ist hier Hauptsaison, aber auch in der übrigen Zeit keineswegs tote Hose. «Hochzeiten, Firmenfeste, Hotels, die mit den Gästen Partys machen: Es ist das ganze Jahr über etwas los», sagt Inhaberin Mägi Gut.

Peter Weingartner

Die Nummernschilder auf dem Parkplatz sprechen eine deutliche Sprache: LU, AG, ZH, UR, NW, SO, ZG, BE. Und im Gebäude drin herrscht nicht das anarchische Chaos der Strassenfasnacht; vielmehr warten Tausende von Artikeln darauf, entdeckt zu werden. Hier die Masken, da die Kopfbedeckungen, dort die Kostüme. Da kann man sich trefflich inspirieren lassen, und die riesige Auswahl macht die Entscheidung nicht leichter.

Ramon aus Grosswangen hat sich zu Hause auf Supermario eingeschworen. Edith Barmettler aus Beromünster hingegen ist noch unentschlossen. Eben probiert sie einen Zaubererhut. Die Spiegel zeigen sofort, wie die Verkleidung wirkt.

Frauen managen den Online-Shop

«Fasnachtsartikel.ch AG» ist ein Familienunternehmen, das von Mägi Gut, Ehemann Werner und Tochter Alexandra geführt wird. Für den Online-Shop sind die Frauen zuständig. Ein guter Service ist ihnen auch da wichtig. «Wir haben schon seit Jahren keine Inserate mehr gemacht», sagt Mägi. Es spreche sich herum: breites Sortiment, gute Beratung, gute Preise. Die Zufriedenheit der Kunden ist die beste Werbung.

Aus Buochs, Nidwalden, kommen Barmettlers. Sie seien mehrmals pro Jahr in Triengen, erzählt Sepp (68). Er macht Ansagen an Anlässen wie an Jodlerkonzerten, und da brauche er manchmal passende Accessoires, sagt er. Einen Hut zum Beispiel. Als OK-Chef der Buochser Uslumpete am Güdisdienstag sucht er eine Verkleidung für sich und seine neun Mitstreiter im OK. Er hat mit Frau, Tochter und Enkelkindern einen Ausflug ins Surental gemacht und ist fündig geworden.

«Wenn du ein neues Hirn brauchst, kannst du da eines kaufen», sagt eine Frau zu ihrem Begleiter. Gummihirn, Gummiherz, blutige Gummifinger, Gummihand mit Durchschussloch, Liquid latex. Das ist in der Abteilung Makabritäten zu haben. Eine ganze Reihe lustiger Tiermützen von Zebra bis Steinbock, Steampunk-Brillen, blaue Löwen- und Drachenkostüme, Meerjungfrauen-Leggings, Mini-Mouse- und El-Dia-de-los-Muertos-Outfits: Da fehlt kaum etwas. Auch nicht die Nachbildung von Edvard Munchs Bild «Der Schrei».

Eine Nase für Trends

Was ist denn dieses Jahr in Mode? «Man muss schon eine gute Nase für Trends haben», sagt Mägi Gut. So habe man im Dezember gedacht, mit Trump könnte etwas zu machen sein. Und siehe da: Eine trumpfrisurähnliche Perücke mausert sich zum begehrten Objekt. Dazu die rote Krawatte. Auch Neonfarbiges zieht.

Fasnacht ist zwar klar die Hauptsaison, in der zehn Mitarbeitende angestellt sind, doch in der übrigen Zeit ist keineswegs tote Hose. «Hochzeiten, Firmenfeste, Hotels, die mit den Gästen Partys machen: Es ist das ganze Jahr über etwas los», sagt Mägi Gut. Auch Altersheime und Schulen zählen zur Kundschaft des Familienbetriebs.

Die Kleider übrigens sind geordnet von A bis Z. Von Älpler und Al Capone bis zum Zauberer und Zirkusdirektor. Ein besonderer Gag sind die Carry-me-Kostüme, Hosen mit Kopf, mit urkomischer Wirkung. Und wo steht Ramon aus Grosswangen? Er ist von Supermario weggekommen und wandelt jetzt als Pirat daher, weil er ein Schwert tragen will. Schwester Elena hingegen, die ursprünglich eine Piratin mit Papagei auf der Schulter darstellen wollte, stolziert nun als Königin der Nacht oder Fee in Blau durch die Gänge.

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